Ich war im Kino...

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THE LAST STOP IN YUMA COUNTY

#776 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Der Vertreter für Küchenmesser will einfach nur in der verlassenen, staubigen Einöde seinen Wagen auftanken. Da der Treibstoff aus ist, muss er das Warten auf den Tankwagen in dem der Tankstelle angeschlossenen Diner überbrücken. Nach und nach treffen weitere Gäste ein und jeder Gast hat eine andere Geschichte. Am Ende stellt sich die Frage, ob und ggf. wer das Diner wieder lebend verlässt.

Ganz frech bei Tarantino abgekupfert, nur statt verschneiten Bergen in die staubige Prärie verlegt.
Die Figuren sind gut zusammengestellt und die Spannung steigert sich, bis sie sich im Höhepunkt entlädt. Wie gesagt, da war jemand der Filmschaffenden Tarantinofan.
Außerdem wartet der Film mit einer Atmosphäre auf, in die sich der Zuschauer hineinversetzen kann.
Die darstellerischen Leistungen liegen im Mittelmaß, den Schauspielenden wird aber auch nicht viel abverlangt. Die Dialoge bedienen nur das Nötigste an Handlung, ansonsten spricht die Situation für sich.

Obwohl vieles an den Film geklaut ist und er nicht annähernd an das große Original heranreicht, wird man mit einem spannenden Thriller belohnt.
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AMELIA'S CHILDREN

#777 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Edward erhält von seiner Freundin ein tolles Geschenk. Er kann endich mit seiner leiblichen Familie in Portugal in Kontakt treten. Mit seiner Freundin Riley besucht er den abgelegenen Familienlandsitz, wo ihn sein Bruder und seine Mutter erwarten. Doch schon nach kurzer Zeit verhalten sich Brüderchen und Mami sehr merkwürdig. Und Edward täte gut daran, mal auf seine Freundin zu hören.

Der Film fängt schon sauspannend in der Vergangenheit an und macht dann einen Zeitsprung in die Gegenwart. Letztlich schaffen es Drehbuch und Regie schon von Anfang an, eine latente Bedrohungslage aufzubauen, die den ganzen Film über anhält. Dem Zuschauer ist bewusst oder unbewusst permanent unwohl ob der drohenden Gefahr, die von dieser Reise ausgeht.
Der Film beinhaltet spärlich Horrorelemente und spielt mit der Fantasie des Publikums, der Horror entsteht im Kopf.
Einen großen Anteil hat dabei die Figur der Mutter, die von A. Moreira sensationell verkörpert wird und die unter ihrer Maske nicht wiederzuerkennen ist.
Wenn Mutti dann so richtig los legt, läuft es einem ganz kalt den Rücken runter.

Dichter schaueratmosphärischer Grusler mit einer interessanten Geschichte und einer aufrecht erhaltenen Spannung über den ganzen Film.
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I'LL CRUSH Y'ALL

#778 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Gabriel, den man an seinem Ort auch Tarado nennt, ist Boxer und auch sonst im Leben nicht zimperlich. Nach einem Aufenthalt im Knast hat er sich entschlossen, ein ruhiges Leben in seinem Elternhaus zu leben. Als Papa das Zeitliche segnet und er eigentlich ganz ruhig seinen Tag verbringen könnte, holt ihn die Vergangenheit ein. Mehrere Gruppierungen sind der Auffassung, dass Tarado ihnen noch etwas schuldig ist. Doch der verteidigt seine Ruhe auf seine ganz eigene Art.

Herrlich durchgeknallte Actionkomödie, irgendwo zwischen CRANK und SWEETIE, YOU WON'T BELIEVE IT.
Die ganze Geschichte ist ein einziger Überlebenskampf für die Hauptfigur und spielt nahezu ausschließlich auf einem Hof. Die Auswahl der Waffen ist ungewöhnlich und irgendwann verliert man auch den Überblick, wer nun eigentlich von wem was will. Störend ist dieses Wirrwarr nicht, aber höchst unterhaltsam. Situationskomik sorgt für den notwendigen Spaß, für einen Film der sich selbst zu keiner Sekunde ernst nimmt. Es gibt ordentlich auf die Glocke, was auch an die alten Bud Spencer/Terence Hill Streifen erinnert. Dazu gesellt sich noch etwas Frauenpower und ab geht's.

Kurzweilige Haudraufaction für den Fun zwischendurch.
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NIGHTWATCH 2 - DEMONS ARE FOREVER

#779 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Vor Jahren sind Martin und Kalinka in den Räumen der Rechtsmedizin fast dem Serienmörder Wörmer zum Opfer gefallen (Inhalt des 1. Teils - NIGHTWATCH). Martins Tochter, Emma, ist nun Medizinstudentin und nimmt ebenfalls einen Job als Nachtwache in den Katakomben der Rechtsmedizin an. Und schon erwachen die alten Dämonen. In ihrem Entschluss beseelt, dem Grauen ein Ende zu setzen und den "Familienfluch" damit zu beseitigen, entschließt sich Emma zu einem fatalen Besuch, welcher nicht nur sie sondern auch alle ihr Nahstehenden in furchtbare Gefahr bringt.

Direkte Weiterendwicklung des ersten Teils nach einem kurzen Zeitsprung. Auch einige Schauspieler von damals wirken wieder mit.
Die Geschichte hat sich inhaltlich ebenfalls weiterentwickelt und die Storyline wartet mit Wendungen auf, die mal mehr, mal weniger überraschend sind.
Insgeasamt wird aber wieder diese klaustrophobische Stimmung in den dunklen Gängen des Institutes erzeugt, klug tonal abgemischt mit Hintergrundgeräuschen, die teilweise eine Reflektion der damaligen Ereignisse beinhalten und Eindruck auf die jetzige Haupotfigur machen. Das sind für mich sogar die gruseligsten Momente in diesem Film.
Im Gegensatz zum Erstling wird die Leichenhalle auch verlassen und die Handlung setzt sich zwischendurch an anderen Stellen fort.
Daraus entsteht dann auch eine dänische HALLOWEEN-Variante, sowohl durch den Ortswechsel als auch durch die Auswahl und das Handeln der Figuren (ich will nur nicht zuviel verraten).

Stimmungsmäßig wird eine Balance zwischen Grusel/Horror sowie Actionanteilen gehalten. Zwar sackt die Spannungskurve immer mal wieder leicht ab, zieht nach kurzer Zeit dafür auch wieder an. Das Drehbuch hat größere Längen vermieden, hätte aber noch ein wenig straffer sein können.

Stimmiges Sequel des damaligen dänischen Überraschungserfolgs, welches nicht ganz an das Original heranreicht, für einen spannenden Filmabend aber gut geeignet ist.
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WHEN EVIL LURKS

#780 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Auf dem Land in einem Wald, irgendwo in Argentinien, wird eine halbe Leiche gefunden. Das Brüderpaar, welches sich mit der Sache befasst, scheint seltsam "informiert" und sicher, was dahinter stecken könnte. Schon der nächste Besuch einer vom Zerfall gezeichneten Hütte und seinen Bewohnern bringt den Brüdern Klarheit. Zumindest ein Bewohner, wenn man ihn noch so nennen will, ist besessen und muss weg. Dafür gibt es Regeln. Doch wenn diese auch aus Dummheit nicht eingehalten werden, bahnt sich das Böse seinen Weg.

Harter Tobak aus Argentinien, der inhaltlich mal etwas anders gestrickt ist.
Während die Handelnden ganz überraschend von Anfang an wissen, womit sie es zu tun haben und wie man (theoretisch) dem Grauem begegnen muss, bleibt der Zuschauer zunächst in einer wissenden Leere gefangen. Nur nach und nach offenbart sich das ganze Grauen und seine Dimension für die Zuseher.
Die Tatsache, dass die Protagonisten eigentlich um die richtige Handhabung des Problems wissen, jedoch trotzdem stets (aus vielerlei Gründen) das Flasche tun, zerrt an den Nerven.
Zur Steigerung sind die Handlungen nicht zimperlich und optisch wird in ekelhafter Weise demonstriert, was es heißt, Dämonen den Kampf anzusagen.
Die Maske hat hier aus dem Vollen geschöpft und die Mägen von empfindsamen Zuschauern haben schon einiges zu tun und zu verdauen. Vor expliziten Einstellungen wird nicht zurückgeschreckt. Mit auflockernden Humor wartet dieses Werk nicht auf.
Es wird ein stellenweise ordentliches Tempo vorgelegt und sich nicht lange aufgehalten. Diese Konzeption erinnert an THE SADNESS und die unheimliche latent vorliegende Atmosphäre ist einem IT FOLLOWS gleich. Es gibt kein Entrinnen.

Heftiger Dämonenhorror aus Südamerika, der den Zuschauer bei all seinen Sinnen packt und auch nach dem Film nur ganz langsam wieder loslässt.
Im Einheitsbrei der heutigen Horrorfilmindustrie eine willkommene Abwechslung, indem das "Schema F" mal gehörig durchbrochen wird.
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PERFECT DAYS

#781 

Beitrag von MovieMan »

Hirayama putzt in Tokio Toiletten. Sein Leben ist zu einem großen Teil geordnet und einfach, er scheint damit sehr zufrieden. Abweichungen vom Tagesablauf mag er nicht. Und auch sonst hält er sich eher an die alten Werte und beschäftigt sich z.B. mit der Natur. Doch je mehr sein Tag aufgrund verschiedener Vorkommnisse vom gewohnten Ablauf abweicht, desto schwieriger wird für ihn die Situation, da er sich auch mit seiner Vergangenheit auseinandersetzen muss.

Zwei Stunden sieht man einer Person beim Toilettenputzen zu. Die erste Hälfte des Films hat etwas von MURMELTIERTAG. Erst nach dem Film ist mir bewusst geworden, warum der Film so konzipiert sein muss, er würde sonst nämlich schlicht und einfach nicht funktionieren. Man könnte die geringfügigen Abweichungen im Tagesablauf nicht erkennen und würde auch die Gemütslage des Protagonisten nicht verstehen.
Trotzdem ist so ein Film schon eine kleine Folter. Nach dem Film war man sich im Saal schnell einig, dass der Zugang zu Filmen von Wim Wenders durchaus des Öfteren recht sperrig sein kann.

Nicht gerade einfacher macht es das dargestellte Wetter. Große Teile spielen auch bei strömendem Regen. Die Farben sind entsprechend entsättigt und an die Stimmungslage der Handelnden angepasst.

Die Kamera ist halb dokumentarisch und fängt das Geschehen exakt ein. Die Schnitttechnik ist ebenso exakt und gibt die Eintönigkeit der Tätigkeit sowie das entschleunigte Leben Hirayamas perfekt wieder.

Asiatisch-typisch hat man teils auch Figuren entworfen, die leicht überkandidelt erscheinen und die manche Schauspieler agieren am Rande des Overacting. Ich denke, dass ich nicht nur der Synchro geschuldet.

Wim Wenders hat mit seinem Werk den japanischen Beitrag zu den diesjährigen Oscars geschaffen, in der Kategorie „Bester nicht englischsprachiger Film“.

Ich meine, der Film ist ein sperrig zugängliches Dokudrama mit einem Schluss, den jeder für sich selbst interpretieren muss. Denn mit der Deutungshoheit wird der Zuschauer dann allein aus dem Saal entlassen.
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MEAN GIRLS - DER GIRLS CLUB

#782 

Beitrag von MovieMan »

Leicht hat es Cady nicht gerade, als sie neu an die Schule kommt. Zuerst ist sie krasse Außenseiterin, mit der sich kaum jemand abgeben will. Doch auch solche Leute finden Anschluss, meist in einer Gruppe ebenfalls nicht Dazugehörenden. Dennoch versucht Cady mit aller Macht in die führende Girlsgroup zu kommen, deren Anführerin Regina bestimmt, wer was sagen darf, wer was anziehen, essen und wo sitzen darf, etc. So beschließen die Außenseiter, der Führungsriege mal etwas entgegenzuhalten. Aber auch Cady macht eine Veränderung durch, die nicht von allen positive gesehen wird.

OMG! Typisches klischeehaftes US-Highschoolgehabe und dazugehöriger Zickenkrieg.
Man kann nur froh sein, wenn man solchen Lebensabschnitten in der Realität irgendwie entkommen ist. Dann hat so ein Gehabe sogar etwas wie einen Funfactor, letztendlich ist das Getue um die Grüppchenbildung nur zum Fremdschämen – cringe, wie das wohl heute heißt.

Spannend ist die Story dann aber doch irgendwie, will man doch wissen, wie es ausgeht.
Die Schauspieler hängen sich voll rein und lassen in ihren Rollen (so hoffe ich doch) absolut die Sau raus. Solche Figuren sieht man in deutschen Filmen wie z.B. in FACK JU GÖHTE.

T. Fey hat neben dem Verfassen des Drehbuches noch eine Nebenrolle als Lehrerin inne.
Denn sie hat schon in dem Original von 2004 GIRLS CLUB - VORSICHT BISSIG mitgespielt. Insofern ist dieser Film nur eine Art angepasstes Remake mit einem Humor, der auch anders fokussiert und glattgebügelt ist.

Das Thema wird wohl nie alt werden. Insgesamt ein flotter Teenieunterhaltungsfilm mit Fremdschämfaktor wenn man sich mal ohne großes Niveau nur so berieseln lassen will.
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ARGYLLE

#783 

Beitrag von MovieMan »

Die Schriftstellerin Elly Conway (B.D. Howard) stellt auf einer Roadshow ihren Spionageroman „Argylle“ vor. Dieser handelt von dem gleichnamigen Agenten (H. Cavill), der mit seinem Freund Wyatt (J. Cena) die Welt vor einer schurkischen Institution retten will. Mit der Bahn unterwegs macht Elly die Bekanntschaft von Aidan (S. Rockwell), der nicht nur ihr Buch gut kennt, sondern auch noch eine Überraschung in petto hat. Von da an ist Elly Teil einer Spionagehatz durch mehrere Länder und mit jedem Tag lernt sie ein Stückchen dazu, vor allem über sich selbst.

Der Inhalt ist wesentlich detaillierter, sodass meine Beschreibung nur an der Oberfläche kratzt. Star des Films ist die klug gestaltete Storyline, die mit immer neuen Wendungen aufwartet und den Film trotz seiner Spielzeit von 140 Minuten nicht langweilig werden lässt.
Obwohl die Figuren teils überdreht sind und die Handlung alles andere als realistisch ist, macht das Zuschauen enormen Spaß. Der Funfactor steht hier ganz obenan.

Dank der launigen Spielweise des wirklich gesamtem Castes überträgt sich das auch auf den Zuschauer. Bei vielen Szenen hat man die Wahl: Finde ich das überzogen und doof oder einfach nur (positiv) albern und feiere ich den Film für seine aberwitzigen Ideen einfach nur ab.
Ich habe mich für Letzteres entschieden und kann jedem nur empfehlen, es gleich zu tun.
Denn in den Nebenrollen geben D. Lipa, B. Cranston und S.L. – Ich spiele überall mit – Jackson richtig Gas, egal wie viel Screentime sie überhaupt haben.

Da trüben auch die nur mittelmäßigen visuellen Spezialeffekte das Gesamtbild nicht, obschon es mich wundert, da SFX-Urgestein J. Dykstra (u.a. STAR WARS und KAMPFSTERN GALACTICA) als Ratgeber dort mitgemischt hat.

Meine Lieblingsszene ist choreographiert, knallbunt und wird mit „Run“ von L. Lewis musikalisch untermalt. Diese Szene drückt für mich derart die Stimmung des ganzen Films aus, dass ich sie in Dauerschleife betrachten könnte.
So habe ich den Streifen glatt bereits ein zweites Mal gesichtet und erst dann fällt auf, wie brillant die Storyline ist. Von Anfang an macht alles richtig Sinn, auch wenn das bei der ersten Sichtung kaum zu glauben ist.

Wer einen Vorgeschmack auf die Stimmung des Films haben will, schaut sich mal das Musikvideo von Ariana de Bose & Boy George auf YT an: „Electric Energie“. Keine Angst, dass ist komplett spoilerfrei und macht Partylaune pur.

Funfact an Rande: Das im Film so heiß umworbene Buch „Argylle“ gibt es wirklich. Den Spionagethriller kann man im Buchhandel erwerben, er hat 544 Seiten.
2. Funfact: Die Autorin heißt tatsächlich Elly Conway.
3. Funfact: Keiner wweiß,wer Elly Conway tatsächlich ist; es gibt aber lustigste Vermutungen dazu (nach dem Film mal Googeln).

Also runter vom Sofa, rein ins Kino und PAAAAArty!
Die schlechten Kritiken kann ich gar nicht teilen, nicht ansatzweise.
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DIE FARBE LILA

#784 

Beitrag von MovieMan »

Südstaaten der USA – Anfang des 20. Jahrhunderts: Ehemalige Sklaven führen ein teilweise „selbstbestimmtes“ Leben, doch es handelt sich um ein knallhartes Patriarchat. Wer dem Herrn im Hause widerspricht, muss Schläge ertragen. So und noch schlimmer ergeht es auch der jungen Celie. Schon gequält als Mädchen muss sie immer wieder Gewalt ertragen und leidet in ihrer „Ehe“. Noch mehr Kummer ergibt sich durch die Trennung von ihrer alles geliebten Schwester Nettie. Auch der Einzug von starken Frauen in ihr Leben kann ihr nur vorübergehend Halt geben. Fast stoisch erträgt sie ihr Schicksal, wartend auf den Tag, der alles ändert.

S. Spielberg produziert ein Remake seines eigenen Films aus 1985, damals noch mit W. Goldberg in der Hauptrolle und O. Winfrey in einer Nebenrolle. Winfrey tritt jetzt auch als CO-Produzentin auf.
Der Stoff hat zwischenzeitlich als Musical am Broadway die Zuschauer unterhalten und so ist dieses Remake zwar auch als Musical angelegt, doch durchgehalten wird das nicht.

Im ersten Drittel wird noch viel gesungen und getanzt. Das lässt aber immer mehr nach und der Film wird zu einem Dialogfilm. Trotz der bedrückenden Thematik sind die Musikstücke im Sound sehr fröhlich und zuversichtlich gehalten, so als wäre es die Aufgabe der Musik, den Protagonisten Mut zu spenden. Die Gesangseinlagen sind im Original belassen, jedoch deutsch untertitelt. Teilweise muss man sehr schnell mitlesen, sofern man den Text nicht so versteht.
Die Tanzeinlagen wirken merkwürdig, fast schon deplatziert. Irgendwie ergeben sie wenig Sinn, was man wohl auch eingesehen und sich später auf die Gesangseinlagen konzentriert hat.

Die Hauptdarstellerin der älteren Version von Celie (F. Barrino) spielt die Rolle unaufgeregt aber hängt ihre Seele voll hinein, sodass der Zuschauer mitleidet. Da die Geschichte über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten angelegt ist, wird die Entwicklung dieses Charakters schön ausgearbeitet.
Dass nur die weibliche Nebenrolle mit einer Oscarnominierung für D. Brooks bedacht wurde (zu Recht), kann man zwar kaum verstehen, aber es gibt halt nur 5 Nominierungen für die beste weibliche Hauptrolle – und die dort gelisteten Performances haben es in sich und sind allesamt verdient. Rein vom Können hätte Barrino trotzdem die Nominierung verdient.

Zusätzlich zu den glänzenden schauspielerischen Leistungen, sind die überaus gelungene und aufwendige Ausstattung des Films sowie die tollen Kostüme hervorzuheben. Da wurden weder Kosten noch Mühen gescheut. Ein Aufwand, welcher sich sichtlich gelohnt hat und viel zur Atmosphäre und Nachvollziehbarkeit des Films beiträgt.

Als Musical angesetztes Remake des diesmal nur produzierenden Regiemeisters Spielberg mit überraschend wenig Musicalelementen, dafür aber glänzenden schauspielerischen Leistungen (vor allem der Frauen) und toller Ausstattung und Kostümen, auch wenn die Thematik bedrückend und der Film insgesamt sehr ergreifend ist.
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NIGHT SWIM

#785 

Beitrag von MovieMan »

Der von Krankheit gezeichnete nicht mehr aktive Profibaseballer Ray bezieht mit seiner Frau und seinen beiden Kindern ein neues Haus, dem ein schöner Pool angegliedert ist. Während Ray seine Bahnen im Wasser zieht und er sich langsam erholt, machen die anderen Familienmitglieder ganz andere Erfahrungen mit dem Pool. Erschreckende Dinge gehen im Pool vor und auch Ray macht bald eine Veränderung durch.

Wasser hat für mich schon immer etwas Unheimliches, da ich nicht gern Schwimmen gehe und der Gedanke, hilflos ertrinken zu müssen, gruselt mich immens.
So geht auch von diesem Pool ein unguter Vibe aus. Dazu hat man Elemente aus ES und SHINING hinzugefügt und lässt die Protagonisten immer schön in den Pool des Grauens hüpfen und abtauchen.

So generiert sich eine latente unwohl machende Grundstimmung beim Zuschauer, wartend auf das nächste Desaster.
Die Darsteller agieren auf B-Movie Niveau.
Gut gemacht sind die Soundeffekte, die schön von allen Seiten an die Zuschauer herangetragen werden und die unwohle Stimmung hervorragend unterstützen. Mit Jumpscares hat man sich zurückgehalten, sowohl schnitttechnisch als auch akustisch.

Ansonsten plätschert der Film trotz einer immer vorhanden Spannungskurve dahin, der gewisse Pfiff fehlt jedoch irgendwie, um ihn über das B-Movie Niveau hinaus zu heben.
Dieser feuchte Grusler ist eher etwas für zahmere Horrorabende, wo der Puls nur mittelmäßig getriggert, aber nicht an den Anschlag gebracht wird.
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BOB MARLEY: ONE LOVE

#786 

Beitrag von MovieMan »

Bob Marley fällt vor einem Konzert, mit dem er eigentlich Frieden in seine Heimat Jamaika bringen wollte, den politischen Wirren im Staat fast zum Opfer. Enttäuscht wandert er aus, zunächst nach London, und arbeitet weiter an seiner musikalischen Karriere. Er nutzt seine Musik, um vereinigend auf die Menschen einzuwirken und schließt sich den Rastafarie an, einer religiösen Glaubensgemeinschaft. Privat wird es zunehmend schwieriger für ihn und dann wird auch noch eine Krankheit bei ihm diagnostiziert.

Abriss verschiedener Stationen der Musiklegende, welcher aber mehr an der Oberfläche bleibt. Für ein Dokudrama ist der Film mit gerade mal 108 Spielminuten erstaunlich kurz geraten. Es werden zwar viele Sachverhalte aus Marleys Leben angesprochen, doch eine wirkliche Vertiefung der Beweggründe seines Handelns sowie die näheren Umstände bleiben oftmals eher nebulös. Das ist umso erstaunlicher, als dass sich ein Großteil seiner Fammilie an der Produktion des Films beteiligt hat. Manche Dinge werden nur angedeutet. Es wirkt so, als hätte man bewusst gesteuert, den Fokus auf seine "Mission" zu legen, den Menschen gegenseitigen Respekt und Frieden abzuringen. Die Schattenseiten seines Daseins mit der Drogensucht und "Vielweiberei" verheimlicht man zwar nicht, vertieft es aber auch nicht unnötig, vom tragischen Ende seines Lebens mal ganz zu schweigen.

Dennoch gelingt der Film, in dem K. Bend-Adir die Hauptrolle spielt. Dies geschieht überzeugend und mit Hingabe. Die Ähnlichkeit zum Original ist verblüffend und auch Ben-Adir lässt es sich nicht nehmen, ein paar Songs selbst zu singen/zu performen. Doch die meisten Stücke kommen aus der Konserve und liefern das Original.
Technisch wurde das wunderbar umgesetzt. Bei den Gesangseinlagen ist der Ton breitbasig und raumfüllend aufgesetzt und in einer Klarheit abgemischt, die auch in Musikfilmen nicht immer selbstverständlich ist. Umso schöner wirken die Reggae-Rhythmen und Marley Songs.

Biopic mit passablem Hauptdarsteller, leider storymäßg etwas lückenhaft und ausgesucht sowie oberflächlich , dafür aber mit toller Musik und immer noch aktueller Message.
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ws163
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#787 

Beitrag von ws163 »

MovieMan hat geschrieben: So 11. Feb 2024, 18:27
Obwohl die Figuren teils überdreht sind und die Handlung alles andere als realistisch ist, macht das Zuschauen enormen Spaß. Der Funfactor steht hier ganz obenan.

Also runter vom Sofa, rein ins Kino und PAAAAArty!
Die schlechten Kritiken kann ich gar nicht teilen, nicht ansatzweise.
Dem kann ich nur zustimmen. Die 140 Minuten sind so schnell rum, merkt man garnicht und sitzen bleiben sollte man auch nach dem Schluss vom Film :D

Das mit dem Kritiken ist auch so ne Sache. Ich ignoriere Sie inzwischen. Wenn ich einen Film sehen will, schaue ich ihn mir an und bilde mir meine eigene Meinung dazu. Z.Zt. wird ja jeder Marvel/DC-Film runter gemacht. Ich hab mit trotzdem Aquaman und Marvels angeschaut. Nur weil Kritiken schlecht sind, sollte man sich nicht davon abhalten lassen und ins Kino gehen.

Gruß
Wolfgang
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