Ich war im Kino...

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MovieMan
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IT LIVES INSIDE

#751 

Beitrag von MovieMan »

Schülerin Tamira hält sich neuerdings an einem komischen Einmachglas fest. Im Streit mit ihrer besten Freundin Sam zerbricht das Glas und schon ist der indische Dämon freigesetzt, sodass auch Sam eine Veränderung durchmacht. Keine Hilfe ist die Mutter, die sehr an der indischen Tradition festhält, auch in der modernen USA. Zusammen rauft man sich dennoch mit der Sam zugewandten Lehrerin und der Familie, um den Dämon in seine Schranken bzw. zurück in das Glas zu verweisen.

Horrormixtur mit Coming of Age und fremdkulturellen Anteilen. Die Dämonengeschichte wird mit den Problemen des Einlebens in eine neue Kultur sowie einer Heranwachsenden mit der Loslösung vom Elternhaus angereichert.
Spannend ist die Geschichte schon wenn auch nicht sonderlich gruselig. Während die Ausarbeitung der Figur von Sam schon ganz gut gleungen ist, erfährt man von dem Dämon recht wenig. Auch hätte man die indischen/hinduistischen Bräuche noch mehr mystisch hervorheben können. Dazu hätte sich eine Szene in der Wohnung der Familie angeboten. Wie man Rituale gruselig gestalten kann zeigt immer noch ROSEMARIES BABY.

Alles andere ist von der Stange: Kameraführung, Effekte, Maske usw.

Wenig gruseliger Dämonenhorror mit einer frischen Idee, diese in die indische Kultur zu setzen, mit Schwächen in der Ausarbeitung und (Horror)Dramatik.
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ANATOMIE EINES FALLES

#752 

Beitrag von MovieMan »

Ein abwegig gelegenes Haus in den verschneiten Bergen, ein Ehemann, eine Ehefrau (S. Hüller) und ein blinder Sohn. Plötzlich liegt der Mann tot im Schnee und es schließt sich ein Gerichtsprozess an, dessen Verlauf für einige unerwartet kommt.

Mehr braucht es nicht, um einen Film mit der Goldenen Palme in Cannes auszuzeichnen. Da ich mir den Zwang auferlegt habe, auch mal abseits des Mainstreams Filme zu sichten, habe ich mir dieses Gerichtsdrama ausgesucht, inhaltlich passend zu meinen Vorlieben (wie z.B. über ZEUGIN DER ANKLAGE, DIE ZWÖLF GESCHWORENEN bis hin zu DER FALL COLLINI und diverse mehr). Und mein Gespür wurde rechlich belohnt.

Vordergründig wähnt man sich lange in einem typischen Whodunit und rätselt eifrig mit, was denn geschehen ist. Hintergründig - und das ist der eigentliche Fokus des Films - wird viel über die Wahrnehmung von Realitäten und Fakten aufgezeigt und wie es sich mit der objektiven Wahrheit verhält. Die objektive Wahrheit wird immer mehr infrage gestellt, je mehr Aussagen in diesem Prozess getätigt werden. Die Trennung von subjektiver Wahrnehmung und objektiven Fakten gelingt mit jeder Filmsekunde weniger gut. Und das macht den Film sauspannend.
Den Zuschauern wird vor Augen geführt, wie sehr unser aller Leben von diesen subjektiven Wahrnehmungen in allen seinen Varianten (Angelerntes, Mehrheitsmeinungen, Fake News, etc.) bestimmt wird und wie schwer, wenn nicht gar unmöglich es ist, einen Sachverhalt objektiv so aufzuklären, dass am Ende die einzige objektive Wahrheit übrig bleibt.
Gekonnt wird mit wenig Rückblenden gearbeitet und wenn, dann wird im entscheidenden Moment ausgeblendet, sodass sich der Zuschauer nur auf Gehörtes/Gesprochenes und Hörensagen verlassen muss, da ihm seitens der Regie die notwendige eigene Beobachtung, die zu einer eigenen und gesicherten Urteilsfindung erforderlich wäre, vollkommen entzogen wird. Und so irrt der Zuschauer mit seiner Meinung ebenso durch den Raum wie das Gericht/die Geschworenen auch. Würde man zu bestimmten Zeitpunkten die Kinovorstellung unterbrechen und die Zuschauer befragen, was sie glauben, dass denn geschehen sei, würde man sicher Antworten in jede Richtungen erhalten, jedoch keine einheitliche.
Glücklicherweise lässt einem der Film immer wieder Zeit, sich eigene Gedanken zu machen und trotzdem sind die zweieinhalb Stunden Spieldauer weder langweilig noch langwierig.

Getragen wird der Film von S. Hüller, der aufkommenden Geheimwaffe des deutschen Kinos, wenn es um ambivalente Frauen geht. Ihren Erfolg seit TONI ERDMANN führt sie hier konsequent fort. Für mich ist sie der weibliche Gegenpart zu einem L. Eidinger, in der Spielweise völlig angstfrei und enthemmt.
Ganz im Dienste der Geschichte verkörpert sie eine Ehefrau, die man gar nicht richtig fassen bzw. einordnen kann. Von gefühlt eiskalt bis naiv ehrlich nimmt man ihr ohne Wimpernzucken ihr Spiel ab. Ihr grandioses Spiel trägt zusätzlich dazu bei, dass die Zuschauer lange im Dunkeln tappen, was die Auflösung der Geschichte angeht. Das dramaturgische Kalkül, die Geschichte rund um diese Figur aufzubauen, geht vollends auf, auch Dank der Perfomance von Hüller.

Apropos Auflösung. Letztlich kommt das Ende nicht unerwartet und spätestens dann wird sich jeder Zuschauer wieder die Frage nach der objektiven Wahrheit stellen.

Ein Lehrbuchbeispiel von einem Film um Stimmungs- und Meinungsbildung, wie es aktueller in Hinblick auf das Weltgeschehen nicht sein kann, eingepackt in ein Gerichtsdrama mit einem mutigen und aufgehenden Konzept der Regie und einer ganz herausragenden Hauptdarstellerin. Hier mal wieder eine unbedingte Empfehlung für einen Gang in das nächste Lichtspielhaus.
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THE MARVELS

#753 

Beitrag von MovieMan »

Captain Marvel alias Carol Danvers (B. Larson) hat die Kree in deren Schranken verwiesen, jedoch nicht ohne Auswirkungen auf deren Heimatplaneten Hala. Ein plötzlich auftauchendes Wurmloch bringt die Kräfte von Captain Marvel gehörig durcheinander und sie muss sich mit ihrer besten Freundin Monica Rambeau sowie ihrem besten Fan, Kamala Kahn (Ms Marvel) zusammentun, um die nächste Bedrohung abzuwehren.

So langsam wird es sehr schwierig für mich, den Überblick zu behalten. Hier reicht es auch nicht mehr aus, alle Marvelfilme gesehen zu haben. Zumindest sollte man die Serie MS MARVEL auf Disney+ verfolgt haben, sonst gelingt die Einordnung der plötzlich auftauchenden Möchtegernsupergöre Kamala Khan nicht richtig.
Herausgekommen ist ein Marvelfilm, der Frauenpower in den Vordergrund stellt und sich beim jugendlichen Publikum geradezu dessen Gunst erbettelt. Der ganze Film driftet in Richtung Jungendabenteuer ab, bei dem die Marvelfiguren nur noch nette Beigabe sind. Ja, das MCU wird weitergesponnen, doch ob da bis auf Wenige noch den Überblick haben, wage ich zu bezweifeln. Auch Quereinsteigern dürfte es schwer fallen, die Handlungsfäden noch nachspinnen zu können. Von dem Ernst der Geschichte, die seit IRON MAN in den Vordergrund gestellt wurde, hat man sich längts verabschiedet. Am ehesten ist dieser Film mit SHAZAM vergleichbar, welcher auch auf ein deutlich jüngeres Publikum abgestellt ist.

Diese inhaltlichen Schwächen nagen an der Spannung, es tritt schnell Ermüdung ob des Inhaltes ein. Diesen Umstand kann auch eine stets bemühte B. Larson schauspielerisch nicht wettmachen.

Dazu stimmt auch die technische Umsetzung nicht richtig, um mit dem bisherigen Bombast mithalten zu können. Trotz Einbindung aller Ressourcen, die Disney auf technischem Gebiet (ILM, SKYWALKER SOUND, WETA) zur Verfügung stehen, zündet die technische Stufe des Films nicht, als sei das Budget bei Disney plötzlich stark begrenzt.
Optisch ist das Bild schwankend. Während die Protagonisten in Close-Ups meist scharf abgebildet sind, wird das Bild umso weicher und teils unscharf je mehr digital künstlich generierte Bildanteile auf der Leinwand auftauchen. Auch der 3D Effekt ist nicht mehr als mittelmäßig, auf besondere 3D-Schauwerte hat man nahezu völlig verzichtet. Einzig die Morphing-Szenen mit den Flerken sind gut gemacht, sodass das dramaturgisch eingearbeitete besondere "Transportmittel" mit zu den stärktsen Szenen des Films gehören.
Auch beim Sound hat man wieder leicht zurückgefahren. Ein Mehr an Räumlichkeit und Druck wäre wünschenswert gewesen.

Jetzt endgültige Einläutung eines Abgesangs bei Marvel? Wenn man diesen Film gesehen hat, muss man das befürchten.
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DIE TRIBUTE VON PANEM - THE BALLAD OF SONGBIRDS & SNAKES

#754 

Beitrag von MovieMan »

Die Kriege sind vorüber und in Panem werden jährlich im Fernsehen übertragene Hungerspiele, bei denen sich Vertreter aus den 12 Distrikten gegenseitig abmurksen müssen, um ihre Unterwürfigkeit der Führung gegenüber zu bekunden, abgehalten. Doch das TV-Format schwächelt, da das Brainwashing der Bevölkerung mangels dessen Interesse durch fehlende Identifikationsfiguren nicht mehr funktioniert. So werden bei den 10. Spielen erstmals sogenannte Mentoren eingesetzt, die einer Person aus den Distrikten bei dessen Kampf zur Seite stehen sollen. Damit das funktioniert, hat man das Schicksal der Mentoren vom Erfolg deren Kämpfer abhängig gemacht. Einer der noch jungen Mentoren ist Coriolanus Snow....

Das Prequel zu den bisherigen Teilen kümmert sich um die Anfänge der Hungerspiele sowie der Mentoren, ganz ohne eine Katniss Everdeen. Erzählt wird der schwierige Aufsteig und die Sinneswandlung von dem späteren Präsidenten Snow. Lustigerweise hat man damit das Gleiche gemacht wie bei STAR WARS, wo bei Episoden 1-3, die auch erst nachgeschoben wurden, das Aufstreben von Darth Vader zum Thema gemacht wurde - also gut geklaut?
Ich sage mal ja. Man hat zwar das Kampfarenenspektakel gehörig zurückgefahren, doch dafür die Figur des Snow deutlich ausgearbeitet. Und das ist schon sehr ordentlich gelungen, auch wenn es gegen Ende ein wenig holperig und sprunghaft zugeht. Ein perfektes Ergebnis wird man bei solchen Geschichten wohl nie erzielen. Die Fokussierung auf das Drama ist nachvollziehbar, da sich die TV-Show trotz einer 10. Ausgabe ja erst im Aufbau befand. Trotzdem sind die Arenenszenen spannend umgesetzt, einschließlich einer dynamischen Gruppenorientierung der wetteifernden Figuren. Zusätzlich hat man auf der Seite von Panem noch mehr zwielichtige Charaktere eingesetzt, die die Story vielschichtiger wirken lassen, da es auch einen Wettkampf um die Führungsrollen im Staat gibt. Insofern erhalten wir Zuschauer ein dystophisches Politdrama mit Machtdemonstrationen im Kleinen sowie im Großen.
Auf der Metaebene darf sicherlich auch eine Kritik an immer weiter ausufernden und entwürdigend inszenierten TV-Shows beim Zuschauer ankommen.

Die Zurschaustellung findet nur an wenigen Schauplätzen statt, die immer abwechselnd im Fokus der Handlung stehen. Auch das weist eine frappierende Ähnlichkeit zu den STAR WARS Filmen auf, vermittelt aber Abwechslung und hält die Spannungskurve oben.

Technisch ist die Umsetzung nicht der Überhammer, doch die Eindrücke wirken. Die Hintergründe sind leider manchmal etwas zu weichgezeichnet und als Digitalprojektion leider erkennbar. Doch Babelsberg befindet sich auf einem sehr guten weg, Hollywood mitlerweile Konkurrenz zu machen.
Musikalisch schlägt der Teil bereits eine vorsichtige Brücke zu den bisherigen Filmen, sodass die Musik als Ankündigung der dramatischen Zuspitzung verstanden werden kann.

Für mich überraschend mal ein gelungenes Prequel, mit einer interessanten Figur aus der Panem-Welt mit einer spannend konstruierten Dramaturgie, ohne die Actionseite allzu sehr zu vernachlässigen. Gern mehr davon.
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THANKSGIVING

#755 

Beitrag von MovieMan »

Der Black Friday gerät in einem Supermarktshop in Plymouth zu einem Massaker. Ein Jahr später treibt ein Serienkiller in Plymouth zu Thanksgiving sein Unwesen, um Rache an damalig Beteiligte zu verüben.

Aus einem Fake-Trailer zu den Grindhouse Filmen PLANET TERROR und DEATHPROOF hat der Horror erfahrene Regisseur Eli Roth einen Spielfilm gezaubert, nachdem bereits andere Fake-Trailer wie MACHETE oder HOBO WITH A SHOTGUN als Spielfilme umgesetzt wurden.
THANKSGIVING präsentiert sich im Fahrwasser der SCREAM-Reihe bzw. Filmen wie ICH WEIß WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST als waschechter Slasher im 70er/80er Gewand. Optisch hat man jedoch auf den grindhousetypischen Schmuddellook verzichtet.
E. Roth greift Szenen des Trailers konsequent auf und spinnt daraus eine ganze Geschichte. Außerdem ist der Film voll gespickt mit Reminiszenzen an die o.g. anderen Filme oder dem Horrorgenre per se, wie auch das Eingangssetting im Kaufhaus, welches DAWN OF THE DEAD "entliehen" sein sollte.
Der Film ist recht spannend inszeniert und lädt zum Mitraten ein, obwohl die Auflösung nicht so superüberraschend ist.

Es geht auch ordentlich blutig zu Werke, die FSK18 haben ihre Begründung, wobei man ob der Übertriebenheit der Darstellung schon fast eine FSK16 hätte durchgehen lassen können. Zuschauern wird ein belastbarer Magen abverlangt und Fleischanhänger werden ihren Truthahnbraten in Zukunft mit anderen Augen sehen. Die Gore-Effekte sind ordentlich gelungen und sehen auch handgemacht aus, was immer eine andere Wirkung erzielt als CGI-Effekte.

Darstellerisch bewegt man sich im leicht gehobenen Mittelmaß, was dem "Ton" des Films entgegenkommt, denn das Grindhouse-Gefühl soll ja nicht verloren gehen. Selbst der neu gekürte Sexiest Man Alive, P. Dempsey, hält sich vornehm zurück.

Unterhaltsam gelungene Umsetzung des Fake-Trailers aus 2007 mit schön dreckigem Grindhouse-Feeling, ohne dessen Look.
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NAPOLEON

#756 

Beitrag von MovieMan »

Die Französische Revolution tobt und einige der Adeligen müssen ihr Haupt lassen. In diesen Wirren steigt der Artilleriekommandant Napoleon Bonaparte (J. Phoenix) in der neuen Französischen Republik empor und zementiert mit weiteren erfolgreichen Schlachten seinen Machtanspruch, bis er sich zum Kaiser krönen lässt. Doch seine Liebe zu Josephine (V. Kirby) artet für beide in ein ganz eigenes und anderes Machtspiel aus, da ein Nachkomme ausbleibt. Auch das politische Blatt wendet sich und Napoleon macht militärische Fehler. Man schickt ihn in die Verbannung nach Elba. Doch er lässt sich nicht beirren.

Dass der Regisseur R. Scott Historienfilme kann, hat er ja nun mit GLADIATOR mehr als eindrucksvoll erwiesen. Mit NAPOLEON will er an diesen Erfolg anknüpfen. Entstanden ist ein zweieinhalbstündiges Werk um das Wirken Napoleons ab der Französischen Revolution bis zu seinem Tod. Der Film ist für die TV-Plattform Apple+ produziert, wird jedoch auch im Kino gezeigt. Und da gehört er auch hin. Ähnlich wie in GLADIATOR werden Schlacht- und Massenszenen auf größtmöglicher Leinwand erst zu einem eindrucksvollen Ereignis und die Umsetzung dieser Szenen ist bis auf leichte Schwächen über jeden Zweifel erhaben, mehr dazu später. Was jedoch auffällt ist, dass im übrigen Wirken es ziemlich gehetzt zugeht und der Entfaltung der Beziehungen der Personen zueinander zu wenig Platz eingeräumt wird. Außerdem wird Napoleon als ziemlicher Schürzenjäger und verliebter Gockel dargestellt. Ob das historisch verbrieft ist, weiß ich (noch) nicht. Spannend sind auch die Ränkespiele unter den Politikern und Militärs, doch das hätte eben mehr ausgearbeitet werden müssen. Deshalb hat wohl auch Scott angekündigt, einen gut vierstündigen Directors Cut nachschieben zu wollen. Insofern ist der Kinogänger bereits jetzt um einen maßgeblichen Anteil am Filminhalt betrogen und kann sich dann später am TV die Langfassung ansehen, sofern man sich nicht entsinnt diese ebenfalls in die Kinos zu bringen, wann auch immer. Dieses Wissen trübt natürlich die Freude ein wenig, da die fehlenden Inhalte dem Film anzumerken sind.

Scott geht kein Risiko ein und besetzt die Hauptrolle mit J. Phoenix, der schon in GLADIATOR bewiesen hat, dass er irre Führer darstellen kann. Rein subjektiv hatte ich aber manchmal das Gefühl, dass Phoenix trotz sehr guter darstellerischer Leistung einfach nicht die richtige Person für einen Napoleon ist, ohne dass ich das so richtig begründen kann. Vielleicht wäre ein noch unbekannter Schauspieler in der Rolle besser gewesen, denn ein unbekannte Person ist auch bar jeglichen Vergleichs zu Vorleistungen. Vielleicht gefällt mir Phoenix in der Langfassung ja besser.
Mit V. Kirby hat man Phoenix einen genialen weiblichen Gegenpart zur Seite gestellt, agiert wird auf Augenhöhe und weder Kirby noch die von ihr dargestellte Person der Josephine lassen sich die Butter vom Brot nehmen.
Sämtliche anderen Schauspieler sind mit ihren Rollen teils leider nur zu Statisten degradiert, da ihre Rollen meist nur kurze Leinwandpräsenz haben.

Kameratechnisch wird Wert auf ein ausgewogenes Bild gelegt. Was ich vermisst habe, sind kreative Szenen in den Schlachten. Von der optischen Konzeption erinnert die Kameraführung eher an alte Western aus den 50/60ern, wo Indianerhorden gegen die Kavallerie gekämpft haben, Halbtotale und Totale wechseln sich mit leicht verändertem Sichtwinkel ab. Wie man so etwas auch mörderspannend darstellen kann, hat jüngst die aktuelle Verfilmung von IM WESTEN NICHTS NEUES gezeigt, die zu Recht bei den Oscars mit dem Gewinn der Trophäe für die Beste Kamera ausgezeichnet wurde.
Im Übrigen ist das Bild auch nahezu durchgehend seitens der Farben sehr entsättigt und erinnert an den Look der Anfangsschlacht der Römer gegen die Barbaren in GLADIATOR. Diese Entscheidung kann ich nicht nachvollziehen. Sicherlich unterstreicht die Farbgebung das Gemüt des Films bzw. die Gemütslage Napoleons doch bringt man sich hier um die Wirkung der sensationell gestalteten Kostüme.

Denn wenn man dem Film eines nicht vorwerfen kann, ist es, dass ordentlich Budget in Ausstattung und vor allem in prächtige Kostüme geflossen ist. Für mich ein ganz heißer Kandidat bei den nächsten Oscars in dieser Kategorie. Was für ein Jammer, diese nicht in der vollen Farbpracht darzubieten. Wie eine solche Farbpracht dennoch wirken kann, zeigt z.B. der Film PATRIOT - ausgewogenes Farbschema ohne über zu betonen.

Insgesamt dennoch ein lohnenswertes Biopic mit einem leichten Dämpfer was die Ausarbeitung der Beziehnungen der Figuren zueinander angeht und in manchen eigentlich großartigen (im wahrsten Sinne des Wortes) Szenen nicht viel mehr als über 08/15 hinauskommt. Nützt wohl nix, muss in Langfassung erneut gesichtet werden, wahrscheinlich leider dann nicht im Kino - aber man weiß ja nie.
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WISH

#757 

Beitrag von MovieMan »

König und Zauberer Magnifico hat ein zauberhaftes Reich errichtet, in dem seine Untertanen sorgenfrei leben sollen. Zudem sammelt er die Wünsche der Bewohner, um in einer großen Show den einen oder anderen davon zu erfüllen. Die junge Asha erbittet am Hofe des Königs die Einlösung eines Wunsches für ihren Großvater. Doch ganz so schnell und einfach zu überzeugen ist der König nicht und Asha erhält festhaltend an ihrem Wunsch die unerwartete Hilfe der ihr Zugeneigten. So wird sie langsam zur Gefahr für den König. Und dieser ist nicht gewillt Konkurrenz hinzunehmen.

Animationsfilm aus dem Hause Disney. Rechtzeitig zu Weihnachten, dem Fest der Nächstenliebe und Geschenke ist die Thematik der Wünsche eng mit der jetzigen Jahreszeit verbunden. Es handelt sich auch um einen Film zum 100. Jubiläum Disneys.
Disney-like ist der Film familienfreundlich und auch an die Familie als Ganzes adressiert. Es haben also nicht nur Kinder sondern auch die Erwachsenen Spaß an der Geschichte. Während für die Kinder das Offensichtliche (der Wunsch als solcher) in Verbindung von Magie und knuffigen Wesen steht, eröffnet sich den Erwachsenen eine eher mehrschichtigere Story, die auch als Kritik an Autokratien verstanden werden kann.

Insgesamt ist der Inhalt zwar nicht problemfrei doch auch nicht so übermäßig düster präsentiert, sodass auch die Kleinsten (FSK 0) nicht angstgepeinigt das Kino wieder verlassen müssen.

Technisch sind die Animationen gut durchschnittlich, der Detailgrad liegt ebenfalls nur im mittelren Bereich und kann z.B. mit den detailverliebten Pixarwerken nicht mithalten. Das Nichtausschöpfen des technisch Möglichen stört jedoch überhaupt nicht, liegt der Fokus nämlich in der Handlung selbst. Der Look ist jubiläumsmäßig angemessen und verknüpft die optische Wirkung der alten Disneyklassiker mit den neueren Produktionen wie einen Brückenschlag zwischen den Zeiten aus den vergangenen 100 Jahren.
Das Bild ist seitens der Farben und des Kontrastes bunt und dynamisch. Für später im Heimkino mit HDR/Dolby Vision werden eine Menge Anreize für Spitzlichter geboten. Das könnte fantastisch aussehen. Auch die dunklen Szenen sind gut im Kontrast gehalten, sodass Bildinhalte nicht "verschwinden".
Beim Sound wurde nichts dem Zufall überlassen und SKYWALKER SOUND hat schön räumlich und dynamisch abgemischt.

Wie so oft ist der Film als Musical konzipiert, doch die Gesangseinlagen, die man eingedeutscht hat, halten sich anteilmäßig in Grenzen.
Schmissige Werke, die das Zeug dazu haben, dass sie nicht mehr aus dem Kopf zu kriegen sind, habe ich vergeblich gesucht. Zwar sind die Lieder inhaltlich situationsangemnessen, doch Ohrwürmer fehlen, sodass nach dem Film davon nicht viel hängenbleiben dürfte.

Familienfreundlicher Weihnachtsjubiläumsanimationsfilm aus Disneys Schmiede, der sehr gut in diese Jahreszeit passt, jedoch nicht das Potential zu einem künftigen großen Klassiker hat.
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SAW X

#758 

Beitrag von MovieMan »

Bei Jigsaw John Kramer (T. Bell) wird ein Gehirntumor diagnostiziert, der ihm nur noch wenig Lebenszeit einräumt. Angestachelt vom Überlebenswillen ergreift er die Möglichkeit, im Ausland an einer noch nicht in den USA zugelassenen Therapie, die bahnbrechende Erfolge bei der Krebsbehandlung verspricht, teilzunehmen. Während die OP gut verläuft kommen langsam Zweifel an der Behandlung auf bis sich Jigsaw genötigt sieht, den Überlebenswillen seiner Peiniger auf die Probe zu stellen.

Zwar der 10. Teil dieser Reihe, doch chronoligisch weiter vorn einzuordnen. In den bisherigen Teilen hat Kramer bereits sein Leben durch den Krebs eingebüßt. Eigentlich ist dies inhaltlich der direkte Nachfolger des Erstlings.
Die "Rückkehr" von T. Bell als Jigsaw erweist sich bei der sich langsam zu Tode laufenden Reihe als Glücksgriff. Nach dem ersten Teil halte ich diesen für den besten. Da sieht man mal, dass die gesamte Reihe auf eine Figur zugeschnitten ist, die durch T. Bell dankenswerterweise auch überaus charismatisch ausfüllt wird.
Auch dramaturgisch ist dieser Teil gut gelungen, zeichnet er ein anderes/tiefer gehendes Bild der Figur und deren Beweggründe.

Die Maske hat eine sehr gute Arbeit geleistet. Die optische Darstellung des langsam in sich zusammenfallenden Jigsaw ist nahezu perfekt und auch die anderen Masken im Sinne der Horrorelemente, wenn es ans Eingemachte geht, sind gut gelungen. Ich nehme an, da wurde wieder viel Hand angelegt, anstatt auf Kollege PC zu vertrauen. Das zahlt sich immer aus.

Mit Filmblut wird nicht gegeizt, diesmal wird dem Zuschauer so Einiges abverlangt, die FSK18 sind schwer berechtigt. Mehr wäre wohl kaum gegangen, ohne an der deutschen Filmzensur hängenzubleiben. Die Kamera schaut auch nicht unbedingt weg und fängt das schreckliche Geschehen wirkungsvoll ein. Während in anderen Filmen in den Actionszenen wild hin und her geschnitten wird und der Zuschauer kaum hinterherkommt, lässt man sich hier stellenweise schon fast zuviel Zeit, um die Gelüste der Konsumenten zu befriedigen.

Spannender und sehenswerter Teil der Reihe, der die Hauptfigur komplett in den Fokus rückt und mit einer unglaublich charismatischen Umsetzung von T. Bell. Es bleibt das Problem, was denn danach kommen soll. Eine solche Leinwandpräsenz kann der Figur wohl kaum ein zweites Mal gewährt werden, denn die Geschichte von Jigsaw selbst dürfte fast auserzählt sein.
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WONKA

#759 

Beitrag von MovieMan »

Willy Wonka (T. Chalamet) hat nicht mehr viel Geld bei sich als er in die Stadt kommt, um seinen Traum eines eigenen Schokoladenladens zu erfüllen. So gerät er in finanzielle Nöte bei seiner Haushälterin und Unterkunftsgeberin Mrs. Scrubbit (O. Colman) und auch der wunderlich kleine Oompa Loompa (H. Grant) will sich bei Wonka bedienen. Nicht zuletzt machen ihm die Herren des ansässigen Schokoimperiums es schwer, seinen Laden zu errichten. Nur in der Waise Noodle und deren Freunde findet Wonka Zuversicht.

Hier kommt die Vorgeschichte zu u.a. Tim Burtons Umsetzung des Romans CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK, die so ganz anders ist, als man es sich vorstellt. Dieser W. Wonka ist zwar magisch begabt doch weit weniger exzentrisch und verrückt als Burtons Wonka (J. Depp). Hier findet man eher eine sanfte Variante Wonkas, die nur mal kurz aufblitzen lässt, dass in ihm auch eine nicht so nette Seite steckt - heißt: Die Figur wird hier ganz anders interpretiert. Da werden die Meinungen wohl stark auseinandergehen, was den Gefallen an dieser Interpretation angeht.

Optisch ist auch dieser Film sehr bunt und zuweilen fröhlich, auch wenn die Farben nicht so extrem knallig sind wie bei Burtons Ausgabe. Gleichermaßen wurde in Einfälle und Ausstattung sehr viel Liebe ins Detail gesteckt. Dadurch verleiht die Optik allein der Geschichte schon etwas Magisches. Dennoch sind machmal die tricktechnischen Hintergründe nicht gut gelungen und heben sich unscharf von der realen Kulisse ab. Die meisten Zuschauer werden sich aber wohl auf die Handlung konzentrieren, sodass diese Detaills nicht allzu auffällig wirken.

Gerade in der ersten Stunde ist der Film stark als Musical konzipiert. Die Texte sind eingedeutscht und leider auffällig wenig lippensynchron gelungen. Zwar sind die Songs schwungvoll und unterstreichen die Handlung, doch echte Ohrwürmer sind nicht dabei. Ein paar Tage nach dem Film könnte ich nix mehr vorsummen. Im Film selbst sind die Rhytmen und Texte passend. Durch die Synchronisierung kann ich nicht sagen, wie sich T. Chalamet als Sänger macht.

Als Schauspieler wirkt er manchmal in dieser Rolle viel zu brav, und teils auch naiv bis ausdrucklos. So richtig will ich ihm die Rolle nicht abkaufen, da ich mich leider nicht von J. Depps Darstellung geistig abkoppeln kann. Er ist nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut.
Gut indes macht es Colman, die als super unsympathische Haushälterin so richtig die Sau raus lässt. Da hatte jemand sichtlich Spaß an seiner Rolle.
Noch mehr Spaß muss ein H. Grant als kleinwüchsiger Oompa Loompa gehabt haben. Die Szenen mit ihm werten den Film sehr, sehr auf und es ist schade, dass er nicht mehr Screentime hat.

Ausstattungsstarke und verzaubernde Schokofantasy, die hervorragend in die Weihnachtszeit passt, mit eigenwilliger Interpretation der Figur Wonkas, welche an die Interpretation und Umsetzung der Burtonvariante meines Erachtens nicht heranreicht.
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GODZILLA MINUS ONE

#760 

Beitrag von MovieMan »

Auf der kleinen japanischen Insel Odo hat der Pilot Koichi gegen Ende des 2. Weltkriegs erstmals Kontakt mit der Riesenechse. Nur ein paar Jahre später, nachdem Koichi sich langsam aus seinem ärmlichen Leben befreit hat, ist Godzilla noch größer geworden und schwimmt/maschiert erneut Richtung Japan. Koichi und ein paar Weltkriegsveteranen nehmen den Kampf auf.

Godzilla ist zurück auf Anfang. Man hat die Story wieder an den Originalschauplatz gelegt und lehnt sich auch inhaltlich an die ersten Filme an. Neu ist die Tricktechnik, es muss kein Schauspieler im Gummikostüm durch die Kulissen stapfen. Eingepackt ist die Zerstörungsorgie in ein familiäres Drama und es wird auch mit Gesellschaftskritik und Kritik an den starren japanischen Traditionen nicht gespart. Doch Godzilla selbst erhält in dieser zweistündigen Spielzeit gar nicht so viel Leinwandpräsenz. Nach seinem meist kurzen jedoch prägnanten Auftauchen stehen die menschlichen Figuren viel mehr im Mittelpunkt. Hier wird also ein ganz anderer Fokus gesetzt als bei den letzten Hollywoodproduktionen, die ja eher an Marvels Avengerschlachten erinnerten oder mehr mit den TRANFORMERSfilmen vergleichbar waren.

Auch tricktechnisch liegt man eine ganze Klasse unter Hollywood. Kann das Aussehen der Echse noch mithalten, sind die Schlachten und Zerstörungen nicht so bombastisch präsentiert wie im US-Pendant. Tontechnisch allerdings ist man ganz nah dran. Das Brüllen der Echse ist druckvoll, laut und räumlich so wie insgesamt auch die Actionszenen abgestimmt sind.

Die Story selbst ist ganz offen eine Anspielung und Kritik auf die Atombombenabwürfe in Japan, auch wenn eine Verurteilung der USA hier komplett außen vor bleibt.

Positiv überraschend frischer Aufguss im X-ten Godzilla Movie, dem die Verortung in das Japan der späten 40er Jahre filmisch gut tut, auch wenn der Bombast nicht ganz die zuletzt gewohnten Ausmaße erreicht.
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791 KM

#761 

Beitrag von MovieMan »

In München stürmt es und es gehen keine Züge mehr ab. Widerwillig nimmt Taxifahrer Josef (J. Krol) 4 Personen mit nach Hamburg, u.a. Alt-Hippie Marianne (I. Berben), das Paar Tiana (N. Farooq) und Philipp (B. Münchow) sowie die sonderbare Susi (L. Urzendowsky). Die Fahrt ist lang und die ganze Welt scheint sich im Mikrokosmos Taxi für diese Fahrtlänge widerzuspiegeln.

Trotz des vielversprechenden Castes wurde den Akteuren in der ersten Phase des Films von den Drehbuchautoren nur Mittelmäßigkeit in den Mund gelegt. Alle aktuellen Themen werden stakatoartig abgehandelt. Erst als die persönlichen Geschichten der Reisenden zur Sprache kamen entwickelte sich ein sehr unterhaltsames Drama, in dem die verschiedenen Charaktere sowie deren Schauspieler auch glänzen konnten. Insofern entschädigt die zweite Hälfte des Films für den schwachen Beginn. I. Berben spielt gewohnt souverän, wenn auch zurückhaltend, J. Krol ist der Knaller und zeigt, dass er ein wunderbarer Charakterdarsteller ist, die Überraschung ist jedoch L. Urzendowsky, die m.E. alle an die Wand nagelt. Dabei wird es ihr aber auch aufgrund der Besonderheiten ihrer Filmfigur etwas einfacher gemacht, doch dafür schöpft sie auch aus dem Vollen.

Ist es nicht langweilig, 5 Menschen bei einer knapp 800 KM langen Autofahrt zuzuhören? Mitnichten, denn die besten Stories schreibt das Leben selbst.
Erinnert hat mich der Film an IM TAXI MIT MADELEINE, nur dass dieser Film weniger berührend und mehr dramatisch ist.

Hervorzuheben ist auch die Kameraarbeit. Aus dem beengten Spielraum wurde nahezu das Maximalste heraus geholt.

Deutsches Drama mit einer sehr unterhaltsamen zweiten Hälfte und einem gut aufeinander abgestimmten Cast, leider mit Drehbuchschwächen in der ersten Filmhälfte.
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RAUS AUS DEM TEICH

#762 

Beitrag von MovieMan »

Die Stockentenfamilie, die fortwährend jeden Tag in immer demselben Teich herumgründelt, beschließt, ihre Komfortzone zu verlassen und aus Neuengland über NY zu den Bahamas zu fliegen. Doch die Reise birgt nicht nur ein Abenteuer und Abwechslung sondern auch diverse Gefahren. Aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben.

Animationsabenteuer um eine Entenfamilie im bunten Knuffiglook. Für diese Zeit ist der Grafikstil sehr detailarm gehalten, doch das stört irgendwie gar nicht, denn der Fokus liegt auf der Geschichte.
Auch wenn der Film für Alle (FSK 0) freigegeben ist, geraten die Tiere in manch bedrohliche Situation, die teils eine schnelle und humorige Auflösung vermissen lässt. Kleinste Kinogänger könnte das vielleicht verängstigen, denn grundsätzlich ist die Identifikation für Kinder durch die Familiendarstellung der Enten, gerade durch die Entenkinder, ja gegeben.
Inhaltlich ist die Geschichte zwar nicht der Knaller aber dennoch für alle Altersgruppen unterhaltsam. Die Lauflänge ist mit knapp 1,5 Stunden auch auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet.
Unter den Synchronstimmen (u.a. E. M'Barek und N. Eckes) sind aber J. Weckauf und J. Gonzales die Auffälligsten.

Der 3D-Effekt hält sich in Grenzen, ist aber ausgewogen. Pop-Outs gibt es nicht wirklich.
Der Sound ist für einen Animationsfilm sehr räumlich. Überraschung: SKYWALKER SOUND hat abgemixt.

Pfiffige Animationsfamilienunterhaltung, die für die Allerkleinsten an einigen Stellen verstörend wirken könnte.
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#763 

Beitrag von ems22 »

Danke Dir.
Ich freue mich schon darauf.

ems22
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AQUAMAN 2 LOST KINGDOM

#764 

Beitrag von MovieMan »

Aquaman (J. Momoa) hat als König nicht so recht Lust, zu regieren und langweilt sich. Erst als Erzfeind Black Mantis auftaucht und Aquaman die Welt vor der Klimakatastrophe retten muss, kommt wieder Schwung in den eingefahrenen Alltag. Zunächst muss er jedoch das Verhältnis zu seinem Bruder Orm (P. Wilson) kitten, damit dieser ihm beim Kampf gegen Black Mantis helfen kann.

Viel mehr an Inhalt bietet dieser Teil nicht. Es tauchen bekannte Charaktere aus dem ersten Teil auf, richtige Überraschungen sind nicht vorhanden.
Der Film plätschert wie Wasser vor sich hin. Ich denke, dass das u.a. an den Superheldenfilmen insgesamt liegt, dass inhaltlich eigentlich nichts Neues mehr geboten wird. Sowohl die Helden als auch die Schurken sind mittlerweile austauschbar. Da geht es DC genauso wie Marvel.
Und wenn den Drehbuchschreibern dann auch nicht viel einfällt, ist der Film auf Schauwerte und Tricktechnik begrenzt.

Darstellerisch wirkt Momoa fast gelangweilt. Nur im Duo mit Wilson wird auf Thor und Loki gemacht und ein wenig herumgefrotzelt.
Die Geschichte ließ mich seltsamerweise eher kalt. Durchgehende Spannung und tragbarer bzw. pointierter Humor findet sich selten.

An Schauwerten und Tricktechnik gibt es auch nichts Neues. Am Schönsten ist immer noch am Anfang des Films die Fantasiewelt durch die sich Aquaman und Orm durchschlagen müssen. Da kommt für ein paar Minuten leichtes AVATAR-Feeling auf. Ansonsten empfand ich die visuelle Tricktechnik als ziemlich ambivalent. Richtig scharfe Szenen sind selten, unter Wasser sowieso nicht. Aber auch an Land sind Hintergründe statisch und verschwommen und als Tricktechnik gut und schnell zu entlarven. Unter Wasser leidet die Schärfe und die Farben sind vielfach eher in Tristesse gehalten.
Einzig die unter Wasser animierten Haare haben mir gut gefallen. Die Tricktechnik in den Räumen oder an Land hat mir dann besser gefallen, solange es nicht um die Hintergründe geht.
Soundtechnisch liegt der Film leicht über dem Durchschnitt und ist stellenweise gut abgemischt.

Das Gesamtkonzept überzeugt aus o.g. Gründen dennoch nicht richtig, zu einfallslos ist die Story - und ich habe mit keiner Figur so richtig mitgefiebert.

Bedauerlich einfallsloses Sequel, welches die Qualität des ersten Teils nicht halten kann, leider auch tricktechnisch eher Durchschnitt, wenn nicht gar drunter.
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GIRL YOU KNOW IT'S TRUE

#765 

Beitrag von MovieMan »

Nach dem Erfolg mit Boney M. "baut" der deutsche Musikproduzent Frank Farian (M. Schweighöfer) eine neue Retortenband auf, die einzig durch ihre äußere Darstellung beim Publikum landen soll. Rob und Fab werden als Milli Vanilli vermarktet, sind erfolgreich, singen aber nicht selbst. Plötzlich fangen sie an, bei Farian Ansprüche zu stellen. Der Rest: Musikgeschichte.

Als Zeitzeuge weiß ich noch heute um die Schlagzeilen von damals als alles aufflog. Abgesehen davon, höre ich noch heute einige Stücke der "Gruppe" gern.
Ich empfand den Film trotz des Wissens um den Fortgang/Ausgang der Geschichte trotzdem spannend. Zum einen, wie sich die Künstler selbst reingeritten haben und zum anderen wie die Vermarktungsmaschienerie um Farian funktioniert hat (bis heute!). Dass Farian von Anfang an etwas ganz anders als seine Künstler wollte, und das auch mehrfach so kommuniziert hat (jedenfalls in diesem Film) und wie man dann trotzden solange aneinander vorbei reden kann, finde ich schon sensationell. Weniger sensationell ist natürlich, dass da zwei Menschen auf der Strecke geblieben sind.

Als Regiewitz hat man sich einfallen lassen, das "Gesangs"duo den Film erzählen zu lassen um dann am Ende dem Zuschauer das zu geben, was er will.
Spätestens in diesem Moment darf sich jeder Kinogänger und Musikliebhaber mal sebst fragen, ob und wieso er den Hype um die sogenannten Stars eigentlich mitmacht. Liegt es an wirklich guter Musik oder nur am Stargedöns?

Ich finde den Film in seiner Aussage schon recht vielschichtig mit ordentlich Anreiz zum Nachdenken.
Darstellerisch geben sich E.B. Ali als Fab und T. Njie als Rob keinerlei Blöße, der Look passt wie Faust auf Auge und sie können auch glaubhaft die Stars raushängen lassen. Leider liegen mir zu Farian selbst weniger Erinnerungen vor (er hat ja auch meist im Hintergrund agiert), sodass ich das Spiel von Schweighöfer nicht ganz einordnen kann, doch zumindest der Geist der Geschichte wird mit der Darstellung getroffen.

Hervorstechend ist, dass SKYWALKER SOUND den Sound super abgemischt hat, wie es sich für einen Musikfilm gehört.

Musikgeschichte als Drama, das stimmig und spannend umgesetzt ist und auch zum Nachdenken anregt.
Für Milli Vanilli Fans auf jeden Fall einen Gang ins Kino wert.
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THE QUEEN MARY

#766 

Beitrag von MovieMan »

1938 tritt eine Familie unter den drittklassigen Passagieren eine Überfahrt mit der Queen Mary an, um die talentierte Tochter in ein Business zu bringen. Doch eine Gräueltat verhindert die verheißungsvolle Umsetzung. In der Gegenwart fristet die Queen Mary ihr Dasein als Museumsschiff bei Long Beach, LA. Man sagt, es spuke auf dem Schiff. Das Fotografenehepaar Coulder besichtigt das Schiff, damit Anne Coulder einen Deal mit dem zwielichtigen Kapitän aushandeln kann. Unterdessen geht deren geisterjagende Sohn, Lukas, im einstigen Schwimmbad des Dampfers verloren. Hängen nach so vielen Jahren die Geschichten der beiden Familien gar zusammen?

Oha, soviel Seemansgarn habe ich selten gesehen. Das Konzept des Films, der zwischen zwei Zeitebenen hin und herwechselt, geht irgendwie nicht auf.
Auch wenn es schon etwas später war, bin ich doch hellwach gewesen und konnte der Storyline - falls es eine gibt - doch nicht so ganz folgen. Der Film entbehrt sicherlich nicht einer gewissen Spannung, doch das Umschalten zwischen den Zeitlinien ist für mich dermaßen konfus gewesen, dass ich die ggf. bestehenden Zusammenhänge der Geschichte nur ganz ungenau deuten konnte. Am Ende stand die Frage: Was habe ich da gesehen und was sollte es bedeuten?
Aufgemacht als Horrorfilm mit mysteriösen Gestalten, Dunkelheit, schauerlichen Sets in Vergangenheit und Gegenwart muss man sich eigentlich nichts vorwerfen lassen. Es fließt etwas Blut und Grusel kommt schon auf, auch wenn der Ton bedrohlich anschwillt und sich in einem akustischen Jumpscare entlädt. Doch all dies hilft nichts, wenn man der Geschichte inhaltlich nur schwer folgen kann.

Wenn man den Film unbedingt sehen will, sollte man auf die kostenlose Streamingauswertung warten.
Hier entwickelt sich storytechnisch die Queen Mary zur Titanic. Netter Versuch, mehr aber nicht.
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BLACK FRIDAY FOR FUTURE

#767 

Beitrag von MovieMan »

Die hochverschuldeten Bruno und Albert geraten durch Zufall in eine Demonstation der "Friday für Future" Bewegung. Mit Gratisessen angelockt, können sie sich der Bewegung nicht entziehen und versuchen, jede Situation für sich zu nutzen, denn die Organisation ist ihnen eigentlich ziemlich egal. Es fragt sich nur, wann der ganze Schwindel auffliegt.

Von den Machern von ZIEMLICH BESTE FREUNDE wurde dieses Werk in die Kinos gebracht. Wiederum ist es eine Komödie, die sich an den Alltagsproblemen orientiert und sozialkritisch daherkommt. Leider kann die Qualität des o.g. Films nicht erneut erreicht werden. Dazu ist die Handlung zeitweise seltsam ungeordnet und auch nicht so flüssig wie schlüssig. Sicherlich weist der Film einige recht amüsante Augenblicke auf, doch so richtig bissiger Witz ist selten.
Thematisiert werden Armut, Klimaaktivismus, Kritik am Überkonsum, andererseits auch Mitgefühl, Liebe und Freundschaft.
Dennoch muss ich zugeben, dass die Franzosen solche Themen nicht so bierernst anpacken wie wir Deutschen und der Film dadurch wesentlich verträglicher für den Zuschauer ist, als nur den mahnenden Zeigefinger in die Luft zu strecken.
Mit zwei Stunden Laufzeit ist der Film recht lang und weist auch inhaltlich einige Längen auf, 15-20 Minuten weniger und straffer wären auch ok gewesen.

Der Cast ist gut aufeinander abgestimmt und spielfreudig, doch manche Situation steht vor dem Overacting. Man bekommt aber immer noch die Kurve.
Herausragende Einzelleistungen sucht man vergeblich, die Homogenität des Castes ist bei diesem Film das Entscheidende.

Vergnügliche Sozialkritik ganz im Zeitgeist, die in der Qualität jedoch nicht an den großen Vorgänger anknüpfen kann, für einen amüsanten Abend jedoch gut genug ist.
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MONSIEUR BLAKE ZU DIENSTEN

#768 

Beitrag von MovieMan »

Der Londoner Unternehmer A. Blake (J. Malkovich) reist für einen Urlaub nach Frankreich an den Ort, wo er damals seine Frau kennengelernt hat. Das Anwesen ist kurz vor dem Zerfall und die Besitzerin (F. Ardant) in Geldnöten. Durch ein "Versehen" mimt Blake fortan den Butler, ganz nach seinem eigenen Ermessen, was nicht immer gut bei der Hausherrin ankommt und schon gar nicht bei der Köchin Odile, die ihn in alle Belange einzuweisen hat.

Ein ganz typischer J. Malkovich Film. Eine irrwitzige Situation wird durch die Handlungen der verschiedenen Personen immer irrwitziger. Dazu hat man Malkovich die Rolle eines verschrobenen Butlers/Unternehmers auf den Leib getackert - und besser kann das gar nicht passen. Malkovich macht aus diesem Film einfach seinen Film. Der Plot/das Setting beschränkt sich so gut wie auf das Anwesen in Frankreich. Alles scheint aus der Zeit gefallen. In den 60ern hätte man einfach Louis de Funes die Hauptrolle spielen lassen.

Herausgekommen ist ein sehr witziger und urkomischer Film, wobei die Komik weniger Schenkelklopfniveau hat sondern eher leiser Natur ist, aber dennoch sehr komisch. Und irgendwie - und das ist einerseits Malkovichs Darstellung sowie andereseits den Drehbuchtautoren zu verdanken - lebt die Geschichte auch von einer großen Liebenswürdigkeit und Aufrichtigkeit.
Mittelpunkt des Films ist aber ganz klar die titelgebende Figur des Blake. Und im Nachhinein hätte man wohl keinen besseren Schauspieler für diese Rolle bekommen können als Malkovich.

Hoch vergnüglicher Film mit ganzem Malkovich Charme, der eine richtig positive Ernergie ausstrahlt. Genau richtig für diese Zeit.
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PRISCILLA

#769 

Beitrag von MovieMan »

Priscilla Beaulieu (C. Spaeny) ist sehr jung als sie den Megastar Elvis Presley kennenlernt. Trotz des Altersunterschieds entwickelt sich eine Liebe, die in einer Ehe mündet. Doch Elvis ist nicht der Traummann, den sich Priscilla erhofft hat und das Leben auf dem abgeschotteten Anwesen - Graceland - ebenfalls nicht. Während Priscilla immer weiter in Einsamkeit verfällt, wird Elvis immer herrschsüchtiger. Das führt zum Zerwürfnis.

Die Regisseurin Sofia Coppola hat die Memoiren der echten P. Presley verfilmt. Mit C. Spaney als Priscilla und J. Elordi als Elvis wurden zwei Schauspieler gecastet, die außer einem ähnlichen Look mit den realen Personen von der Körperstatur wenig mit den Originalen gemein haben. Der Größenunterschied der beiden ist beträchtlich, Elvis viel zu lang und Priscilla viel zu kurz.
Der Film zeichnet das Bild einer Frau, die einsam ist und unter den "Anfällen" ihres berühmten Mannes leidet. Das Machtgefüge zugunsten des Superstars wird optisch mit dem nicht realen Größenunterschied unterstrichen. C. Spaney spielt sehr gut, ist glaubhaft zerbrechlich, einsam und entzaubert. Obwohl es um Priscilla geht, spielt die Figur Elvis bei ihrer Leinwandpräsenz doch oft im Vordergrund. Das lässt zwar die Ohnmacht Priscillas, sich gegen ihren Mann durchzusetzen, nachvollziehbar erscheinen, doch bis auf wenige Szenen - vor allem im letzten Abschnitt des Films - erfahren die Zuschauer nur sehr wenig über Priscillas Gedanken zu ihrem Leiden. Dieser Umstand steht in der Verantwortung der Drehbuchautoren und der Regie. Für beides zeichnet sich S. Coppola verantwortlich. M.E. hat sie nicht gut aufgelöst, den seelischen Zustand noch mehr nachvollziehbar an den Zuschauer zu transportieren.
Stattdessen wiederholen sich die Szenen, in denen Priscilla einsam durch das Haus auf Graceland streift und sich nach menschlicher Wärme und Anerkennung sehnt. Das dehnt den Film und verleiht ihm negative inhaltliche Länge.
Da kann C. Spaeny sich noch so in die Rolle reinhängen, irgendwie fehlte das was, was sie aber nicht zu verantworten hat.

Unglücklicherweise springt der Film gegen Ende dann auch ziemlich schnell in der Zeit. Das ist auch das Einzige, was dieser Film mit Baz Luhrmans ELVIS gemein hat. Sonst ist alles anders.
Wer übrigens Songs von Elvis erwartet, wird enttäuscht, die tauchen in diesem Film nicht auf. Es soll wohl Lizenzprobleme gegeben haben.
Doch Coppola hat trotzdem eine vortreffliche Musikauswahl hervorgezaubert, die den Film oft situativ stützt. Der Soundtrack kann sich sehen lassen.

Frisuren, Kostüme und Ausstattung stimmen indes. Es sieht so aus, als wäre tatsächlich auf Graceland gedreht worden. Das habe ich aber nicht recherchiert.

Ein frauenstarkes Biopic über Priscilla Presley mit einer starken Schauspielerin und Schwächen in Regie und Drehbuch.
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NEXT GOAL WINS

#770 

Beitrag von MovieMan »

Der erfolglose in Diensten der USA stehende niederländische Fußballtrainer Thomas Rongen (M. Fassbender) wird als Nationaltrainer der Mannschaft Amerikanisch-Samoa strafversetzt. Die Truppe hat kurz zuvor eine herbe Niederlage mit 0:31 gegen Australien kassiert. Widerwillig übernimmt Rongen den eigentlich chancenlosen Job, die Mannschaft zu trainieren und in die WM-Qualifikation zu bringen. Dass da zwei komplett gegensätzliche Kulturen und Sichtweisen auf den Fußballlsport aufeinanderprallen, macht das Unterfangen nicht gerade einfacher.

Nanu, einen Film mit dem Titel NEXT GOAL WINS gibt es doch schon, also ein Remake? Mitnichten, der Regisseur T. Waititi hat die damalige Dokumentation in einen losen an die Realität angelehnten Spielfilm gepackt. Herausgekommen ist eine typische Underdoggeschichte. Waititi lässt es sich nicht nehmen, im Film eine Nebenrolle als durchgeknallter Priester und als Erzähler zu übernehmen. Der Rest ist pures Klischee. Auf der einen Seite, der von seinem Strafjob genervte Könner als Trainer, auf der anderen Seite eine Mannschaft, die den Sport nicht gerade erfunden hat. Waititi hat einen eigenen Weg gefunden, diese Parteien einander einzulassen. Zwar ist dieser Weg nicht sonderlich realistisch, doch stellenweise ganz amüsant. O. Kightley in der Nebenrolle des Nationalmanschaftmanagers lässt den Zuschauer durch das übersteigerte Positiverleben von eigentlich negativen Ereignissen den einen oder anderen TED LASSO-Moment erleben. Da bleibt einem manchmal die Spucke weg, ist aber großartig gemacht (sofern man TED LASSO mag).
Fassbender spielt gewohnt souverän, aber nicht herausragend. Seine unwirsche, grantelige Art passt zur Rolle und die Spielweise unterstreicht den Ton des Films. Die Transformation seiner Einstellung der Mannschaft und fremden Kultur gegenüber erfolgt in unrealistischem Rekordtempo.
Zuviel Realität sollte man also nicht erwarten, auch wenn viele Figuren real existieren und die Nebenhandlung der ersten Transperson in der WM-Vorbereitung eben nicht frei erfunden ist. Ansonsten nimmt sich Waititi aber viele Freiheiten heraus. Aber es soll ja auch ein unterhaltsamer Spielfilm sein und keine zweite Dokumentation.

Amüsanter Feel-Good-Sportmovie nach wahrer Begebenheit, eher oberflächlich inszeniert aber auf positive Grundstimmung getrimmt.
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THE BEEKEEPER

#771 

Beitrag von MovieMan »

Adam Clay (J. Statham) verdingt sein Leben als Bienenzüchter, zurückgezogen als Einsiedler, nur Kontakt haltend zu seiner Scheunenvermieterin E. Parker (P. Rashad - ja, genau die: Mrs. Huxtable aus der Bill Cosby Show). Als man Parker übelst mitspielt, kommen bei Clay alte "Gebräuche" und Verhaltensweisen zum Vorschein, die längst vergessen schienen. Besonders so ein reicher pubertierender Bengel (J. Hutcherson) hat Clays Aufmerksamkeit erregt. Und so beginnt ein Rachefeldzug, der durch nichts und niemanden aufgehalten werden kann.

Hurra, der dreckige J. Statham ist zurück. Die Klopperei könnte aus den 80ern entsprungen sein, so ein Mix aus Direct-to-DVD-Premiere und B-Movie oder zwischen den frühen S. Seagal-Filmen mit einem ganz kleinem Hauch von NOBODY. Passend zum Film sind auch die Dialoge wie ungefähr "ich gehe jetzt da rein und fackel den Laden ab". Der Filmt suhlt sich geradezu in politischer Unkorrektheit und zum Teil auch drastischen Szenen (FSK18).
Warum funktioniert er dennoch? Weil diesen Filmen immer das gleiche Grundprinzip zugrunde liegt. Die Zuschauer werden durch das Handeln der Schurken empfindlich in ihrem Gerechtigkeitssinn getroffen. Das geschieht hier vorbildlich. Das kriminelle Handeln der Verbrecherorganisation wird so auf die Spitze getrieben, dass man vom Zusehen schon Hassgefühle entwickelt und es geradezu nach Rache schreit.
Während man in seinen Gefühlen noch frei ist, werden einem dann die Handlungen, die mit Moral, Rechtsstaat, etc. nichts mehr gemein haben, von dem Antiheld auf der Leinwand abgenommen, sodass der Zuschauer rechtlich unbehellligt und dennoch irgendwie zufrieden das Kino verlassen kann.

Statham lässt die Sau raus, Hutcherson gibt das Ekelpaket und in einer Nebenrolle versucht J. Irons als "väterlicher Freund" des Ekels, die Wogen zu glätten, was an den ersten Teil der JOHN WICK-Reihe erinnert.

Dreckiger, gradliniger, blutiger Racheactioner im 80er Style, kompromisslos, hart, politisch unkorrekt und moralisch fragwürdig.
In den Kritiken ziemlich niedergemacht - ich fand ihn sehr unterhaltsam.
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POOR THINGS

#772 

Beitrag von MovieMan »

Bella Baxter (E. Stone) ist eine sehr junge Frau mit kindlichem Gemüt und kindlicher Körperkoordination, die bei dem genialen Wissenschaftler G. Baxter (W. Dafoe) aufwächst und ihm als Studienobjekt dient. Der eigens engagierte Gehilfe (R. Youssef) verguckt sich in die "Kleine" und auch der Lebemann Wedderburn (M. Ruffalo) buhlt um die Gunst Bellas. Und so beginnt für Bella eine Entwicklung ihres Lebens, in dem sie immer wieder ihren eigenen Kopf durchzusetzen versucht.

Mehr will ich überhaupt nicht schreiben, da man ohne Spoiler die Geschichte kaum weiter erklären kann.
Was ich nur vorab sagen kann, ist, dass ich wohl bereits einen der besten Filme 2024 gesehen habe, wenn nicht gar den besten.
Aber von Anfang an:
Man muss sich das Setting und den Plot des Films so vorstellen, als hätten die Verantwortlichen der alten Hammer-Studios zusammen mit Tim Burton, Guillermo del Toro, Wes Anderson und Greta Gerwig eine Woche lang eine Drogenparty gefeiert, zusammen eine Geschichte ersponnen und die jeweils besten Ideen zu einem Film geformt. Als Produkt steht ein Film, von deren Art es nicht viele gibt. Es ist auch nicht möglich, diese Geschichte in eine Schublade zu packen, sie ist Drama, Märchen, Liebesfilm, Lustspiel, Gruselfilm, Softporno, Fantasy, Scifi, Komödie und einiges mehr in Einem. Diese konzeptionelle Offenheit stört aber nicht, sondern ermöglicht den Handelnden ungeahnte Freiheiten, indem die Erwartung des Zuschauers nicht nur auf ein einziges Genre fixiert wird.
Der Look und die Ausstattung könnten u.a. einem Fantasy und/oder einem Steampunk Film entliehen sein, ebenso wie einem Gruselfilm.

Im Hauptfocus stehen die schauspielerischen Leistungen. W. Dafoe gibt den nüchternen Wissenschaftler, M. Ruffalo einen saustarken zänkerischen Liebhaber und insbesondere E. Stone brilliert in der Hauptrolle dermaßen, dass ihr ein Oscar schwer verwehrt werden kann.
Unterstützt werden diese sensationellen schauspielerischen Leistungen mit Dialogen, die die Drehbuchautoren mit spitzer Feder geschrieben haben dürften. Jedes Wort sitzt an der richtigen Stelle, jeder Satz beinhaltet eine neue, die Geschichte vorantreibende Aussage und führt sehr oft zur Verblüffung des Publikums, immer die Figur auf der Leinwand in ihrer Handlung unterstützend oder den Charakter der Figur vertiefend erklärend. Da wurde ganze Arbeit geleistet.

Ganze Arbeit hat auch die Abteilung Maske und Kostüme geleistet. Was da aufgefahren wurde, ist richtig gut. Ob Dafoes Gesichtsdarstellung, die Frisuren von Ruffalo und Youssef, die Kleidungen der Protagonisten und Nebendarsteller, alles im Sinne der Geschichte.

Die Bildhintergründe könnten im Sinne ihrer Statik und Farbgebung von Wes Anderson ersonnen sein. Das Treiben spielt sich stets im Vordergrund ab, wobei man die Hintergründe trotzdem nicht missachten sollte.
Auch die Kameraarbeit ist wundervoll. Sie wechselt zwischen Stilleben und Dynamik hin und her, je nachdem welche Aussage oder Stimmung in der Geschichte gerade getroffen werden soll. Sie malt geradezu Bilder an die Leinwand, wenn sie auf der Stelle verharrt. Als besondere Idee werden Szenen aus einer Schlüssellochperspektive gezeigt, sodass den Zuschauern die Rolle eines Voyeurs zukommt. Das ist nicht neu, wird hier aber als ständiges Stilmittel fantastisch umgesetzt.

Begleitet wird das Spiel durch einen verstörend quietschenden, kreischenden und disharmonischen Score, der sich trotzdem irgendwie passend dem Treiben unterordnet und es begleitet. Ohne den Film wäre es wohl kaum ein Vergnügen, diesen Tönen zu lauschen.

All das wird zusammen mit vielen weiteren Einfällen, z.B. Format des Films und stellenweise S/W-Darstellung von der Regie (Y. Lanthimos) herausragend in Szene gesetzt und zu einem Film zusammengefügt, der eine seltene Wucht entfaltet. Weder der Geschichte, den Figuren noch der gesamten Aufmachung kann sich ein Zuschauer entziehen, selbst diejenigen nicht, denen der Film nicht zusagt.

Eines aber ist der Film nicht: Ein Kinderfilm. Aufgrund einiger Szenen und Dialoge sind die FSK16 angebracht.
Alle ab 16 Jahren erwartet hier jedoch schon ein Jahreshighlight der Filmkunst. Mich hat der Film inhaltlich (sehr positiv) überrascht und ich habe etwas gesehen, was ich nach dem Trailer in dieser (wundervollen) Art nicht erwartet hätte.
Gönnt euch ebenfalls das Vergnügen - natürlich im Kino - wo denn sonst?!
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WO DIE LÜGE HINFÄLLT

#773 

Beitrag von MovieMan »

Das erste Date zwischen Beg und Ben endet unerwartet. Doch durch einen Zufall sind die beiden als Gäste zu einer Hochzeitsfeier eingeladen. Keiner der anwesenden Gäste will glauben, dass die beiden nicht zusammen sind. So täuschen die beiden den anderen eine Partnerschaft vor. Das führt zu einem Hin und Her und einem emotionalen Auf und Ab. Es stellt sich die Frage, ob die beiden am Ende trotzdem zueinander finden.

In dieser romantischen Komödie ist letztendlich alles 08/15. Die schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller gehen über eine Mittelmäßigkeit nicht hinaus. Während S. Sweeney als Beg den zuckersüßen weiblichen Part übernimmt, hat G. Powell als Ben den modellhaften männlichen Part. Besonders G. Powell, der bereits bei TOP GUN MAVERICK den Angeber gespielt hat, fällt hier in das gleiche Schema wieder zurück.

Weitere Highlights gibt es aus diesem Film nicht zu vermerken.
Im Gegenteil, der Film wiederholt sich an einigen Stellen selbst.

Insgesamt geht dieser Film nur als durchschnittliche romantische Komödie durch. Das ist eher etwas für einen Streamingnachmittag am Sonntag.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

Kino ist das Größte !!! Geht mal wieder hin.

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DER JUNGE UND DER REIHER

#774 

Beitrag von MovieMan »

Der erst zwölfjährige Mahito muss im Zweiten Weltkrieg einen Schicksalsschlag verkraften. Als wäre das nicht schon schlimm genug, muss er auch noch seine gewohnte Umgebung verlassen. Statt in einer Stadt findet er sich in einer neuen Lebensumgebung wieder, auf dem Lande. Kämpfend mit seinen Ängsten verschwimmt für ihn die Grenze zwischen Realität und Fiktion. Dabei spielt ein seltsamer Graureiher eine wichtige Rolle. Mahito ist immer mehr in einer Welt gefangen, die voller geheimnisvoller Kreaturen und magischen Lebewesen ist. Zudem lauern auch noch einige Gefahren auf seinem Weg durch diese Welten.

Japanischer Animationsfilm, der es einem schwer macht, dem Inhalt zu folgen. Dieser Animationsfilm ist kein Film für Kinder. Der Inhalt richtet sich eindeutig ausschließlich an Erwachsene. Die Geschichte stellt philosophische Fragen nach dem Tod, nach dem Leben, nach Verlustängsten und Veränderungen in den Vordergrund. Eine Beantwortung dieser Fragen kann der Zuschauer nicht erwarten. Dazu sind die angesprochenen Fragen zu vielschichtig, um eindeutige Antworten auf diese Fragen zu bieten. So bleibt die Deutungshoheit wie bei vielen Filmen wieder beim Zuschauer.

Der Grafikstil dieses Films ist sehr comichaft gehalten. Die Optik ist eher ausdrucksstark anstatt detailverliebt. Die Farbgebung ist für einen solchen Film recht natürlich geworden und allzu poppige Bilder werden vermieden.

Nicht leicht zugänglicher Animationsfilm mit größeren philosophischen Anteilen. Erwachsene dürfen sich hinsichtlich der Deutungshoheit des Inhaltes hier mal ordentlich austoben.
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THE HOLDOVERS

#775 

Beitrag von MovieMan »

In einem US-Internat werden 1970 die Weihnachtsferien eingeläutet. Doch nicht alle Schüler fahren nach Hause zu ihren Familien. Unter anderem muss der junge Angus (D. Sessa) im Internat verbleiben, widerwillig. Zusammen mit ein paar anderen Schülern stehen sie unter der Aufsicht von Lehrer Paul (P. Giamatti), der nicht sonderlich beliebt ist. Versorgt werden sie durch die Köchin Mary (J. Randolph), die gerade einen Schicksalsschlag hinnehmen musste. Das strenge Regiment des Lehrers führt zu allerlei Zwistigkeiten unter den anwesenden Personen. Diese müssen sich erheblich zusammenraufen damit ein Weihnachtsgefühl überhaupt noch aufkommt.

Der erste Teil des Films ist als Komödie konzipiert, während der zweite Teil des Films eher in Richtung Drama abgleitet. Dabei bleibt das Drama aber immer noch amüsant.
Herausragendes Merkmal dieses Films sind die schauspielerischen Leistungen der Protagonisten. Allen voran ist hier P. Giamatti zu benennen, der seine Rolle kaum zu spielen scheint, sondern sie regelrecht verkörpert. Niemand hat eigentlich einen Zweifel daran, dass Giamatti tatsächlich dieser Lehrer ist und ihn nicht nur spielt. Damit gelingt Giamatti eine herausragende schauspielerische Leistung. Aber auch die Leistungen von D. Sessa und J. Randolph in den Rollen des Angus und der Mary können sich mehr als sehen lassen. Der Cast wurde hervorragend aufeinander abgestimmt. Den Schauspielern wird ihr Wirken erheblich durch die Dialoge der Drehbuchautoren erleichtert. Die Dialoge sind stets ausgefeilt und auf den Punkt gebracht.

Der Film bietet optisch einen Look wie ein Fotobuch aus den 70er Jahren. Die Farben sind größtenteils etwas blass und in Erdfarben gehalten. Wer die 70er Jahre miterlebt hat, wird sich sofort erinnern können.

Der Zuschauer wird mit seinem Gang ins Kino mit einer hervorragenden Komödie belohnt, die vor allem durch die schauspielerischen Darstellungen glänzt. Mehrere dieser Schauspielenden sind folglich für den Oscar nominiert.
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