Plötzlich steht Papa Norbert (C.M. Herbst) vor der Tür von Tochter Valeska (M. Emde) und will wieder an ihrem Leben teilhaben. Der Besuch kommt eigentlich zur Unzeit, denn „Les“ hadert momentan mit ihrem Dasein und der Zukunft. Und auch „Bert“ hat da noch was. Aber zunächst mal muss er aushelfen, weil Les in ihrem Job ausgefallen ist. Inwieweit diese Geste die beiden wieder zueinander bringt, bleibt indes fraglich.
Eine Komödie ist es schon, aber eher eine tragische. Thematisiert werden so einige Dinge, wie Vater-Tochter-Beziehungen oder Beziehungen im Allgemeinen, Zukunftsängste, familiäre Fürsorgepflichten und noch Vieles mehr. Trotz manch tragischer Augenblicke schaffen es die Autoren, der Geschichte immer wieder auch Hoffnung beizumischen, sodass die Handlung nicht in das tief Trübsinnige abgleitet und die Zuschauer gleich mit hinunterreißt. Dazu bedient man sich einer Portion leisen Humors, der viele Szenen schnell wieder auflockert.
Mit C.M. Herbst hat man dann auch einen Schauspieler, der beides gut kann: Drama und Humor. Dem steht M. Emde aber in nichts nach. Beide ergänzen sich mit ihren Rollen ganz hervorragend. Auch die Auswahl der Nebendarsteller bzw. der Figuren erweist sich als guter Gegenpol, wenn es gerade gemütsmäßig wieder abwärts zu gehen droht.
Gedreht und produziert in Hamburg ist der Humor auch ein wenig trocken – aber immer von Herzen.
Gefällig gespielte Tragikomödie mit gut aufgelegtem Cast, einem C.M. Herbst, der die anderen mitnimmt und einem hoffnungsvollen Vibe, der die Zuschauer nicht ratlos und konsterniert zurücklässt – obwohl auch die Schattenseiten eines Lebens ausgiebig beleuchtet werden.
Ich war im Kino...
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SOMMER AUF ASPHALT
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Kino ist das Größte !!! Geht mal wieder hin.
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DISCLOSURE DAY - DER TAG DER WAHRHEIT
TV-Wetterfröschin Margeret (E. Blunt) erhält von jetzt auf gleich ungeahnte Fähigkeiten. IT-Sicherheitsexperte David (J. O’Connor) kann ebenfalls verblüffende Eigenschaften vorweisen. Gelenkt von einem mysteriösen Hugo machen sich Margeret und David zu einem Treffen auf, welches der dubiose Noah (C. Firth), Leiter einer Nicht-Regierungs-Organisation unbedingt verhindern will. Es folgt eine Hatz quer durch das Land, bei der unklar ist, wer sein Ziel überhaupt und als erstes erreichen kann.
An was glaubst du? Bist du offen für die ganz großen Neuigkeiten? Kannst du sie denn auch verkraften oder möchtest du – wie auch immer – vor ungeahnten Wahrheiten „beschützt“ werden?
Diese Fragen hat kein Geringerer als Regie-Mastermind S. Spielberg in seiner selbst erdachten Geschichte in seinen neuen Film (u.a. auch Regie) eingebaut.
Die Story ist Scifi lastig, ein Genre dem sich Spielberg nicht zum ersten Mal annimmt.
Vordergründig geht es um das Recht der Menschheit alle Wahrheiten und Hintergründe, die Einfluss auf die Lebensweise haben können, erfahren zu dürfen. Im tieferen Sinne finden Themen wie Mitgefühl, Empathie und visionäres Denken ebenfalls Platz in der Geschichte.
Konstruiert hat Spielberg seinen Film als durchgehend spannendes und manchmal actionorientiertes Werk, welches den Figuren aber auch den Zuschauern kaum eine Atempause gönnt. Es wird viel zwischen Personengruppen hin und her gesprungen, sodass gerade am Anfang, wenn noch nicht alle Figuren und Zugehörigkeiten ausgearbeitet sind, der Überblick leicht verloren gehen kann, wenn man nicht aufmerksam folgt.
Während der Wechsel durch die verschiedenen Personengruppen und Aufenthaltsorte in seiner Geschwindigkeit schwindelerregend scheint, bedient sich Spielberg vorwiegend der Bildsprache, um die Geschichte zu erzählen. In einigen Szenen hat er dann aber schon fast zu viel erklärerischen Dialog eingebaut. Dazu hätte es gar nicht bedurft.
Im Großen und Ganzen lässt Spielberg erkennen, wie traumwandlerisch er sich (leicht modernisiert) durch das Erzählkino bewegen und den Kinozuschauern großes Vergnügen bereiten kann. Der Film wirkte vom Ablauf her auf mich wie es C. Nolans TENET getan hat.
Als Mann der alten Garde lässt er auf analogem Material drehen, sodass der Spielberg typische Filmlook entsteht, ohne wie eine digitale Version völlig glatt gebügelt daherzukommen.
Die visuelle tricktechnische Umsetzung ist ein wenig ambivalent. Einige Inhalte (z.B. Tierdarstellungen) wirken in der Tricktechnik angesichts der heutigen Möglichkeiten nicht mehr gänzlich up to date, weil sich z.B. die VFX bei analogem Filmmaterial deutlicher vom Hintergrund abheben.
Der Sound ist nicht schlecht, doch irgendwie unspektakulär.
Beides ist nicht schlimm, weil der Fokus weniger auf der Technik liegt, sondern eher beim Inhalt und den oben aufgeführten Fragen.
Die Schauspielenden haben leichtes Wirken, jedenfalls die Hauptdarsteller. In ihren Szenen können sie ihr spezifisches Können abrufen (insbesondere Blunt und Firth) und so deutlich zum Gelingen des Gesamtwerkes beitragen.
Überraschend hat nochmals J. Williams mit zum Score beigetragen. Auch er beweist, dass er noch zu einer schönen Komposition fähig ist, hier allerdings ohne herausragendes Leitthema, dafür aber im Abspann zum Dahinschmelzen schön.
Der alte Regiemeister kann es noch – das Geschichtenerzählen mit einer Bildsprache, die fast unnachahmlich ist. Ich denke, Spielberg hat uns nochmals einen faszinierenden Scifi Film beschert, der erst so richtig wirkt, wenn man Willens ist, nach dem Film das Gesehene für sich selbst einzuordnen. Danke Steven.
An was glaubst du? Bist du offen für die ganz großen Neuigkeiten? Kannst du sie denn auch verkraften oder möchtest du – wie auch immer – vor ungeahnten Wahrheiten „beschützt“ werden?
Diese Fragen hat kein Geringerer als Regie-Mastermind S. Spielberg in seiner selbst erdachten Geschichte in seinen neuen Film (u.a. auch Regie) eingebaut.
Die Story ist Scifi lastig, ein Genre dem sich Spielberg nicht zum ersten Mal annimmt.
Vordergründig geht es um das Recht der Menschheit alle Wahrheiten und Hintergründe, die Einfluss auf die Lebensweise haben können, erfahren zu dürfen. Im tieferen Sinne finden Themen wie Mitgefühl, Empathie und visionäres Denken ebenfalls Platz in der Geschichte.
Konstruiert hat Spielberg seinen Film als durchgehend spannendes und manchmal actionorientiertes Werk, welches den Figuren aber auch den Zuschauern kaum eine Atempause gönnt. Es wird viel zwischen Personengruppen hin und her gesprungen, sodass gerade am Anfang, wenn noch nicht alle Figuren und Zugehörigkeiten ausgearbeitet sind, der Überblick leicht verloren gehen kann, wenn man nicht aufmerksam folgt.
Während der Wechsel durch die verschiedenen Personengruppen und Aufenthaltsorte in seiner Geschwindigkeit schwindelerregend scheint, bedient sich Spielberg vorwiegend der Bildsprache, um die Geschichte zu erzählen. In einigen Szenen hat er dann aber schon fast zu viel erklärerischen Dialog eingebaut. Dazu hätte es gar nicht bedurft.
Im Großen und Ganzen lässt Spielberg erkennen, wie traumwandlerisch er sich (leicht modernisiert) durch das Erzählkino bewegen und den Kinozuschauern großes Vergnügen bereiten kann. Der Film wirkte vom Ablauf her auf mich wie es C. Nolans TENET getan hat.
Als Mann der alten Garde lässt er auf analogem Material drehen, sodass der Spielberg typische Filmlook entsteht, ohne wie eine digitale Version völlig glatt gebügelt daherzukommen.
Die visuelle tricktechnische Umsetzung ist ein wenig ambivalent. Einige Inhalte (z.B. Tierdarstellungen) wirken in der Tricktechnik angesichts der heutigen Möglichkeiten nicht mehr gänzlich up to date, weil sich z.B. die VFX bei analogem Filmmaterial deutlicher vom Hintergrund abheben.
Der Sound ist nicht schlecht, doch irgendwie unspektakulär.
Beides ist nicht schlimm, weil der Fokus weniger auf der Technik liegt, sondern eher beim Inhalt und den oben aufgeführten Fragen.
Die Schauspielenden haben leichtes Wirken, jedenfalls die Hauptdarsteller. In ihren Szenen können sie ihr spezifisches Können abrufen (insbesondere Blunt und Firth) und so deutlich zum Gelingen des Gesamtwerkes beitragen.
Überraschend hat nochmals J. Williams mit zum Score beigetragen. Auch er beweist, dass er noch zu einer schönen Komposition fähig ist, hier allerdings ohne herausragendes Leitthema, dafür aber im Abspann zum Dahinschmelzen schön.
Der alte Regiemeister kann es noch – das Geschichtenerzählen mit einer Bildsprache, die fast unnachahmlich ist. Ich denke, Spielberg hat uns nochmals einen faszinierenden Scifi Film beschert, der erst so richtig wirkt, wenn man Willens ist, nach dem Film das Gesehene für sich selbst einzuordnen. Danke Steven.
Zuletzt geändert von MovieMan am Fr 12. Jun 2026, 19:15, insgesamt 1-mal geändert.
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OBSESSION - DU SOLLST MICH LIEBEN
Bear (M. Johnston) schwärmt für Nikki (I. Navarrette), aber nicht umgekehrt, bis Bear mit „One Wish Willow“ den ultimativen Wunscherfüller in die Hände bekommt. Doch manche Wünsche erfüllen sich anders als gedacht.
Schon in WISHMASTER hat ein böser Dschinn Wünsche so erfüllt, wie sich der Wünschende das nicht gerade gedacht hat. Dieser Film zielt aber nicht auf Ekeleffekte, sondern auf die Psyche. Langsam, aber unaufhaltsam wird an der Psychoschraube und Spannungsschraube gedreht, bis die Handlung auf den unvermeidlichen Höhepunkt zuläuft.
Gerade I. Navarrette lehrt einem mit ihrer Darstellung das Fürchten. Die anderen Akteure fallen in der Performance deutlich ab.
Insgesamt sieht es nach einer Low-Budget-Produktion aus. Das Bild ist im 4:3 Format gehalten und der Kontrast ist erbärmlich. Viele Details saufen in den dunklen Anteilen der meisten Szenen stark ab. Es gehört zwar zum Stilmittel und zur Dramaturgie, dass manche Szenen weniger gut ausgeleuchtet sind, doch das Ergebnis ist (negativ) too much.
Das gilt auch für die Filmlänge. Der Inhalt wird in ca. 109 Minuten manchmal in die Länge gezogen.
Dennoch geht der Film als spannendes Horror-B-Movie mit hohem Unterhaltungsfaktor durch. Und nach dem Film werden viele Zuschauer glücklich mit ihrer eigenen Beziehung zum Partner/zur Partnerin sein.
Schon in WISHMASTER hat ein böser Dschinn Wünsche so erfüllt, wie sich der Wünschende das nicht gerade gedacht hat. Dieser Film zielt aber nicht auf Ekeleffekte, sondern auf die Psyche. Langsam, aber unaufhaltsam wird an der Psychoschraube und Spannungsschraube gedreht, bis die Handlung auf den unvermeidlichen Höhepunkt zuläuft.
Gerade I. Navarrette lehrt einem mit ihrer Darstellung das Fürchten. Die anderen Akteure fallen in der Performance deutlich ab.
Insgesamt sieht es nach einer Low-Budget-Produktion aus. Das Bild ist im 4:3 Format gehalten und der Kontrast ist erbärmlich. Viele Details saufen in den dunklen Anteilen der meisten Szenen stark ab. Es gehört zwar zum Stilmittel und zur Dramaturgie, dass manche Szenen weniger gut ausgeleuchtet sind, doch das Ergebnis ist (negativ) too much.
Das gilt auch für die Filmlänge. Der Inhalt wird in ca. 109 Minuten manchmal in die Länge gezogen.
Dennoch geht der Film als spannendes Horror-B-Movie mit hohem Unterhaltungsfaktor durch. Und nach dem Film werden viele Zuschauer glücklich mit ihrer eigenen Beziehung zum Partner/zur Partnerin sein.
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BACKROOMS
Clark (C. Ejiofor), Besitzer eines Möbelhauses, führt ein armseliges Leben und befindet sich in psychotherapeutischer Behandlung bei Mary (R. Reinsve). Dann entdeckt er hinter der Wand seiner Geschäftsräume ein Geheimnis, welches er sich zu eigen macht, sein Leben zu erforschen. Dabei zieht er ungeniert seine Angestellten und auch Mary mit hinein.
Dunkle Geheimnisse, die Abgründe der Seele und Konfrontationen mit dem Leben werden hier thematisiert und auf atemberaubende Weise optisch umgesetzt. Eine Reise durch ein Labyrinth von Räumen, die nie ein Ende zu nehmen scheinen, die fremd und doch vertraut sind. Das Unwirkliche wird wirklich und Erinnerungen verschmelzen mit der Realität.
Die Begleitung des Trips des Protagonisten kann für die Zuschauer kaum unangenehmer sein. Neben einer nervenaufreibenden Spannung liegt der Geschichte eine permanente Unheimlichkeit zugrunde. Diese Mischung zieht einen unweigerlich in den Bann.
Gespannt und verwirrt versucht man, der Story zu folgen und sie zu entschlüsseln, während sich auf der Leinwand schon die nächsten Rätsel ergeben.
Optisch ist das in ein unglaubliches Setting gepackt, welches einerseits so bahnbrechend einfach aussieht und doch so verwirrend komplex erscheint.
Zusammen mit der Kameraführung aus ungewohnten Perspektiven ergibt sich eine zusätzliche Spannung zur Handlung.
Ejifor und Reinsve ergänzen sich mit ihren gegensätzlichen Figuren fantastisch und spielen intensiv und eindrücklich.
Nach dem Filmerlebnis stellen sich Fragen zum Gesehenen, zumindest aber zu dem Schluss. Viel Spaß bei der Diskussion.
Ein Thriller/Horrorfilm dessen Bann man sich nur schwer entziehen kann. Für mich schon eines der Highlights dieses Kinojahres.
Dunkle Geheimnisse, die Abgründe der Seele und Konfrontationen mit dem Leben werden hier thematisiert und auf atemberaubende Weise optisch umgesetzt. Eine Reise durch ein Labyrinth von Räumen, die nie ein Ende zu nehmen scheinen, die fremd und doch vertraut sind. Das Unwirkliche wird wirklich und Erinnerungen verschmelzen mit der Realität.
Die Begleitung des Trips des Protagonisten kann für die Zuschauer kaum unangenehmer sein. Neben einer nervenaufreibenden Spannung liegt der Geschichte eine permanente Unheimlichkeit zugrunde. Diese Mischung zieht einen unweigerlich in den Bann.
Gespannt und verwirrt versucht man, der Story zu folgen und sie zu entschlüsseln, während sich auf der Leinwand schon die nächsten Rätsel ergeben.
Optisch ist das in ein unglaubliches Setting gepackt, welches einerseits so bahnbrechend einfach aussieht und doch so verwirrend komplex erscheint.
Zusammen mit der Kameraführung aus ungewohnten Perspektiven ergibt sich eine zusätzliche Spannung zur Handlung.
Ejifor und Reinsve ergänzen sich mit ihren gegensätzlichen Figuren fantastisch und spielen intensiv und eindrücklich.
Nach dem Filmerlebnis stellen sich Fragen zum Gesehenen, zumindest aber zu dem Schluss. Viel Spaß bei der Diskussion.
Ein Thriller/Horrorfilm dessen Bann man sich nur schwer entziehen kann. Für mich schon eines der Highlights dieses Kinojahres.
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LOL 2.0
Mit ihren 23 Jahren steht Louise plötzlich wieder vor der Tür ihrer Mutter Anne (S. Marceau), die es sich nach dem Auszug ihrer Kinder gemütlich gemacht hat. Und damit nicht genug: Bei allen überschlagen sich plötzlich die Ereignisse, von denen auch Anne zumindest immer mittelbar betroffen ist, bis das Leben auch bei ihr direkt zuschlägt.
Was macht man, wenn die Kinder aus dem Haus sind, man ein „ruhiges“ Leben führen möchte und die Lebensvorstellungen doch immer wieder durcheinandergerüttelt werden? Wer besser könnte eine solche Frage beantworten als die Franzosen, die ja schließlich das „Savoir Vivre“ erfunden haben.
Im Mittelpunkt steht das Leben einer Familie und ständige Umwerfungen bei allen Familienmitgliedern, wobei die Figur der Mutter (Anne) im Vordergrund steht.
Turbulent geht es Schlag auf Schlag und es ergibt sich kaum eine Atempause.
Obwohl hier permanent (Beziehungs)Probleme thematisiert werden, gelingt es den Drehbuchschreibern stets Zuversicht und Lebensfreude ausstrahlen zu lassen. Dabei wird mit einer Leichtigkeit vorgegangen, die den Franzosen eigen ist und über die wir uns in zahlreichen (meist Komödien) Filmen schon überzeugen konnten.
Jung- und Altdarsteller ergänzen sich richtig gut, aber S. Marceau ist schauspielerisch in diesem Ensemble schon eine Klasse für sich.
Turbulentes Familientreiben mit der Mutter als Mittelpunkt und mit einer Leichtigkeit auf die Leinwand gebracht, die die Probleme einfach verblassen lässt. Wohlfühlkino.
Was macht man, wenn die Kinder aus dem Haus sind, man ein „ruhiges“ Leben führen möchte und die Lebensvorstellungen doch immer wieder durcheinandergerüttelt werden? Wer besser könnte eine solche Frage beantworten als die Franzosen, die ja schließlich das „Savoir Vivre“ erfunden haben.
Im Mittelpunkt steht das Leben einer Familie und ständige Umwerfungen bei allen Familienmitgliedern, wobei die Figur der Mutter (Anne) im Vordergrund steht.
Turbulent geht es Schlag auf Schlag und es ergibt sich kaum eine Atempause.
Obwohl hier permanent (Beziehungs)Probleme thematisiert werden, gelingt es den Drehbuchschreibern stets Zuversicht und Lebensfreude ausstrahlen zu lassen. Dabei wird mit einer Leichtigkeit vorgegangen, die den Franzosen eigen ist und über die wir uns in zahlreichen (meist Komödien) Filmen schon überzeugen konnten.
Jung- und Altdarsteller ergänzen sich richtig gut, aber S. Marceau ist schauspielerisch in diesem Ensemble schon eine Klasse für sich.
Turbulentes Familientreiben mit der Mutter als Mittelpunkt und mit einer Leichtigkeit auf die Leinwand gebracht, die die Probleme einfach verblassen lässt. Wohlfühlkino.
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THE DEATH OF ROBIN HOOD
Robin Hood (H. Jackman) lebt alt und zurückgezogen in der Einöde bis Little John (B. Skarsgard) einen Gefallen einfordert, dem er einwilligt, aber dafür einen hohen Tribut zu zahlen hat. Das anschließende Leben im Kloster auf einer kleinen Insel unter der Aufsicht von Schwester Brigid bringt die ihn Umgebenden dennoch in große Gefahr, denn Robin kann sein Leben nicht abschütteln – egal wie sehr er es versucht.
In den 70ern und Anfang der 80er sitzt Klein-MovieMan vor dem TV und schaut sich ROBIN HOOD – KÖNIG DER VAGABUNDEN und DAS SCHWERT DES ROBIN HOOD an sowie den Zeichentrickfilm ROBIN HOOD von Disney und ROBIN UND MARIAN. 1991 sitzt der junge, erwachsene MovieMan im Kino und schaut den Neuaufguss ROBIN HOOD - KÖNIG DER DIEBE, im Jahr 2010 dann als Erwachsener die Neuinterpretation ROBIN HOOD (mit R. Crowe).
Mein ganzes Leben begleitet mich diese Legende. Ein Gauner, der edelmütig von den Reichen nimmt und den Armen gibt.
Dieses oder ein ähnliches Bild des Charakters wird in diesem Film nun nicht mehr gezeichnet. Der Film zerstört jeglichen positiven Ansatz einer Legendenbildung. Die Legende wird nach allen Regeln der Kunst demontiert.
Blutig und unbarmherzig geht es zur Sache, nicht mehr als eine überlebenssichernde Notwendigkeit aber weit abseits irgendeines Heldentums.
Der Film lässt keinerlei Zweifel an einer Verklärtheit, ja vielleicht Lüge, die der Kinozuschauer bisher aufgesessen war - weder im Bild noch im Dialog.
Look und Härte stehen vollständig im Einklang eines THE NORTHMAN.
Schroffe, karge und unwirtliche Landschaften und Lebensbedingungen, dargestellt in entsättigten unfröhlichen Farben, prägen den Eindruck. Dazu kommen Leid und Ungunst sowie martialische Kämpfe um Leben und Tod. Gibt es Erlösung für die Missetaten, die ein Mensch im Laufe seines Lebens verübt hat? Man hofft es zumindest.
Hier ist das Leben des zum Helden avancierten R. Hood düster und dreckig und unterscheidet sich fast nicht vom Tod selbst. Ein Abgesang auf alles Verklärende dieser „Helden“figur.
J. Jackman gibt sich gar keine Mühe, dass einem die Figur gefällt. Das ist der Vibe des gesamten Films.
Und doch mischte sich zu meinem Entsetzen über die Wirkung des Films etwas wie Mitleid – mit der tragischen Figur und auch mit mir selbst, der ich nun um einen Eindruck meiner Kindheit vollends entzaubert bin.
In den 70ern und Anfang der 80er sitzt Klein-MovieMan vor dem TV und schaut sich ROBIN HOOD – KÖNIG DER VAGABUNDEN und DAS SCHWERT DES ROBIN HOOD an sowie den Zeichentrickfilm ROBIN HOOD von Disney und ROBIN UND MARIAN. 1991 sitzt der junge, erwachsene MovieMan im Kino und schaut den Neuaufguss ROBIN HOOD - KÖNIG DER DIEBE, im Jahr 2010 dann als Erwachsener die Neuinterpretation ROBIN HOOD (mit R. Crowe).
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Dieses oder ein ähnliches Bild des Charakters wird in diesem Film nun nicht mehr gezeichnet. Der Film zerstört jeglichen positiven Ansatz einer Legendenbildung. Die Legende wird nach allen Regeln der Kunst demontiert.
Blutig und unbarmherzig geht es zur Sache, nicht mehr als eine überlebenssichernde Notwendigkeit aber weit abseits irgendeines Heldentums.
Der Film lässt keinerlei Zweifel an einer Verklärtheit, ja vielleicht Lüge, die der Kinozuschauer bisher aufgesessen war - weder im Bild noch im Dialog.
Look und Härte stehen vollständig im Einklang eines THE NORTHMAN.
Schroffe, karge und unwirtliche Landschaften und Lebensbedingungen, dargestellt in entsättigten unfröhlichen Farben, prägen den Eindruck. Dazu kommen Leid und Ungunst sowie martialische Kämpfe um Leben und Tod. Gibt es Erlösung für die Missetaten, die ein Mensch im Laufe seines Lebens verübt hat? Man hofft es zumindest.
Hier ist das Leben des zum Helden avancierten R. Hood düster und dreckig und unterscheidet sich fast nicht vom Tod selbst. Ein Abgesang auf alles Verklärende dieser „Helden“figur.
J. Jackman gibt sich gar keine Mühe, dass einem die Figur gefällt. Das ist der Vibe des gesamten Films.
Und doch mischte sich zu meinem Entsetzen über die Wirkung des Films etwas wie Mitleid – mit der tragischen Figur und auch mit mir selbst, der ich nun um einen Eindruck meiner Kindheit vollends entzaubert bin.
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