Ich war im Kino...

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MovieMan
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DER MEDICUS 2

#1076 

Beitrag von MovieMan »

Der Medicus (T. Payne) kehrt mit seinen Anhängern nach London zurück, um seine Dienste vor Ort anzubieten und die Heilkünste auch in dieser Region zu verbreiten. Willkommen ist er dort aber entgegen den eigenen Erwartungen nicht. Nur durch Zufall werden seine Dienste am Hofe des Königs benötigt. Mit seinem Wirken gerät er schnell zwischen Gilde und Hofintrigen.

Dieser Teil ist weit mehr politischer Natur. Nur am Rande geht es um Medizin, obwohl ein neuer medizinischer Aspekt mit eingebracht wird. Im Vordergrund werden politische Intrigen und wirtschaftliche Protektion abgehandelt. Daraus entsteht eine Mischung aus Drama, Thriller und noch ein wenig Abenteuer. Trotz Überlänge (143 Min.) mutet der Film wie eine überdimensionale TV-Produktion an, verantwortlich zeigt sich u.a. das ZDF.
Leider sind längere Phasen enthalten, in der die Geschichte ruht, die Charaktere aber nicht weiter vertieft werden. Es wirkt ein wenig entschleunigt und das leider auch im negativen Sinn - langatmig. Eine Straffung der durchaus auch Spannung bietenden Geschichte wäre möglich gewesen und hätte der Produktion gut getan.
An den Schauspielenden liegt es jedenfalls nicht, T. Payne macht seine Sache recht gut und auch die Antagonisten sind gut besetzt. Über ordentliches Mittelmaß geht es allerdings dann doch nicht zu Werke.

Die Stärken des Films liegen eher in der Ausstattung. Die Kostüme und Setbauten wirken authentisch, ob sie es tatsächlich sind, vermag ich jedoch nicht zu beurteilen.

Ein zweiter Teil, der sich zwischenzeitich immer wieder in die Länge zieht, sodass der Spannungsbogen einbricht, mit einem sehr bemühten Cast, welcher die Schwächen der Konzeption nicht überspielen kann und einer sehr ordentlichen Ausstattung.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

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MovieMan
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SENTIMENTAL VALUE

#1077 

Beitrag von MovieMan »

Nach dem Tod der Mutter versucht sich Vater Gustav (S. Skarsgard) seinen Töchtern Agnes und Nora (R. Reinsve) wieder anzunähern, wird jedoch gerade von Nora abgewiesen. Ein gemeinsames Projekt soll den Riss in der Familie wieder kitten, ein Unterfangen mit wenig Aussicht auf Erfolg.

Im Vordergrund steht allerdings ein Haus. Eines, in dem sich viele Geschichten ereignet haben. Und es ist der einzige Bestandteil, der beständig da steht und die Vergangenheit mit der Gegenwart im Rahmen von Erinnerungen der Bewohner miteinander verknüpft. Die aktuelle Familiensituation der Borgs erscheint wie eine Facette aus einer Vielzahl von Geschichten, die sich in diesem Haus abgespielt haben/abspielen.
Aktuell kämpfen Tochter und Vater um ihre Beziehung, was beide immer wieder in die Vergangehit führt - und es scheint, als fahre man sich immer wieder fest. Insofern entsteht ein Spannungsbogen hinsichtlich der Frage, ob der Konflikt denn tatsächlich überwunden werden kann.

Im Mittelpunkt stehen die schaupielerischen Leistungen von Skarsgard und Reinsve. Ruhige Dialoge lassen mit ihren Pausen Zeit für intensive Mimik. Beide schaffen es, Gefühle durch Blicke und Gesichtsausdrücke an den Zuschauer zu transportieren. Vielleicht eine der besten Leistungen, die S. Skarsgard jemals erbracht hat. In einer Nebenrolle ist E. Fanning zu sehen, die in ihrer letzten Szene ihr ganzes Können zum Besten gibt. Es geht auch ziemlich sentimental zur Sache und es geht um innere Werte, sodass der Filmtitel Programm ist. Glücklicherweise hat man auf eine Eindeutschung des Titels diesmal verzichtet. Wer mit seinen Emotionen nah am Wasser gebaut ist, sollte eine Packung Taschentücher parat halten.
Trotz des melancholischen Grundcharakters der Geschichte, finden sich auch einzelne feinsinnige humorische Einlagen.

Ein wahrhaft emotionaler, sentimentaler Film, in dem Blicke manchmal mehr aussagen, als es Worte tun können und mit zwei wunderbaren Hauptakteuren, die sich auf merkwürdig anmutende Weise immer wieder zu Höchstleitungen befeuern.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

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RENTAL FAMILY

#1078 

Beitrag von MovieMan »

Phillip (B. Fraser) lebt als amerikanischer Schauspieler in Tokyo und muss sein Geld hart verdienen. Er arbeitet in einer Agentur, die Leute zu verschiedensten Anlässen vermietet, u.a. auch als Familienmitglied. Die Skepsis gegenüber seiner Tätigkeit weicht zunehmend der Neugier, warum Japaner auf allerlei merkwürdige Dinge und Verhaltensweisen enormen Wert legen. Sein Berufsleben vermischt sich zunehmend mit seinem Privatleben.

Nachdem B. Fraser in THE WHALE ein fulminantes Comeback feiern konnte, legt er nach. Auch hier handelt es sich um eine emotionale Geschichte, diesmal als Fremder in der Fremde und zwischen sämtlichen Kulturklischees. Der Charakter zeichnet nicht die Tiefe wie in THE WHALE, doch er macht eine Entwicklung durch. Fraser spielt einfühlsam und bringt seine melancholische Stimmung passend zum Inhalt gut rüber.
Auf der anderen Ebene hält der Film ein Playdoyer für die Offenheit gegenüber anderen Kulturen, ohne belehrend zu sein.
Zwar steht die Figur des Phillip im Mittelpunkt, doch die anderen Rollen sind keineswegs nur Staffage. Aus ihnen und ihren Geschichten kann man Sorgen und Nöte der japanischen Kultur ableiten.
Es handelt sich um einen reinen Dialogfilm und um ein Drama, wenn auch einige amüsantere Szenen den Inhalt hin und wieder auflockern.

B. Fraser mit einer sehr stabilen Leistung in einem emotionalen Werk, welches für die Offenheit gegenüber anderer Kulturen aktiv Werbung betreibt, perfekt für einen Sonntag Nachmittag.
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GREENLAND 2

#1079 

Beitrag von MovieMan »

Der schützende Bunker in Grönland, in dem John (G. Butler) und Allison (M. Baccarin) Unterschlupf gefunden haben, hält seiner Aufgabe nicht wirklich stand. Die Überlebenden des Kometeneinschlags machen sich auf den Weg zu einer Stelle, die gerüchteweise einen neuen Anfang für die Menschheit verspricht. Der Weg dahin ist beschwerlich und gefährlich, denn die Natur ist immer noch gnadenlos und die Menschen gehen selbst in Notsituationen nicht gerade gut miteinander um.

Wer den ersten Teil nicht gesehen hat, sollte das vielleicht nochmal nachholen, denn das würde das Verständnis für den Anfang des zweiten Teils deutlich bessern. Durch einige Erklärungen am Anfang funktioniert dieser Teil zwar auch allein, nur eben nicht so gut.
Im Mittelpunkt steht John mit seiner Familie. Eigentlich ist das fast ein Roadmovie, jedoch getarnt als Actionfilm. Mit zunehmender Spieldauer wird deutlich, dass die Storyline arg konstruiert ist, um Spannung zu erzeugen. Das funktioniert auch solange wie man gewillt ist, realistische Ansprüche komplett aufzugeben.
Die schauspielerischen Leistungen sind Mittelmaß, denn der Fokus liegt auf den Naturgewalten, denen die verbliebene Menschheit ausgesetzt ist.

Technisch ist das gut umgesetzt. Es ist zwar eine Nummer kleiner als Produktionen eines R. Emmerich (in seinen besseren Zeiten) oder eines Bruckheimer, doch deswegen noch lange nicht schlecht. Die Wettereffekte haben mir z.B. gut gefallen. Manchmal sind die visuellen Tricks erkennbar, aber das hält sich in Grenzen. Der Ton hätte etwas dynamischer und satter sein können, was aber vielleicht auch an dem Kinosaal gelegen hat, denn in den großen Sälen läuft ja nur AVATAR.

Ein spannender 2. Teil des Kometenkatastrophenfilms mit einem soliden G. Butler und ganz vernünftigen Tricks, mit Spannung aber dafür auch mit sehr kontruierter Geschichte.
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