Ich war im Kino...

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MovieMan
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MONSTER MIA

#1226 

Beitrag von MovieMan »

Der Ort Lilienthal feiert ein monsterfreies Jubiläum. Schülerin Mia fällt leider unangenehm auf, wird der Schule verwiesen und soll ausgerechnet in der Finsterwald-Akademie weiter lernen. Ihre neuen Mitschüler sind so ganz anders als sie selbst und Schuldirektor Vlad hat seine ganz eigenen Führungsqualitäten und Pläne mit Lilienthal.

Die Halloweenzeit hat begonnen und entsprechende spookige Filme landen auf der Leinwand, so auch dieser Animationsfilm, der thematisch im Bereich Coming-of-Age anzusiedeln ist, ausgestattet mit den dazugehörigen Gefühlen sowie auch Gesellschaftskritik.
Verlegt wurde die Handlung in eine „gruselige“ Umgebung. Der Film ist für alle Altersstufen freigegeben (FSK 0), bei sehr sensiblen Kindern würde ich allerdings einen Kinogang erst ab ca. 6 Jahren empfehlen.

Trotz der Probleme, die im Film angesprochen werden, behält die Geschichte immer ihr hoffnungsvolles Grundgerüst.

Die Optik ist bunt, aber nicht komplett übertrieben wie z.B. bei TROLLS. Die Figuren sehen comicartig aus, wie man es auch von vielen Kinder-TV-Serien her kennt. Insofern wurde auf einen realistischen Detailgrad keinen Wert gelegt. Zeitweilig sieht die Animation schon fast dreidimensional aus, was durch kluge Licht-/Schatten-Effekte erreicht wird.
Als Besonderheit hat man sich das Einbringen eines anderen Grafikstils im Sinne von comicartigen Bunt- oder Filzstiftzeichnungen einfallen lassen. Das verleiht den entsprechenden Szenen optisch noch ein wenig Nachdruck und lockert auf.

Mit 82 Minuten Laufzeit ist der Film angenehm kurz, vor allem für die kleinsten Kinogänger, die noch nicht so lange durchhalten. Daher wird die Lauflänge auch für die begleitenden Eltern nicht zu einer Belastungsprobe, um die Sprösslinge noch ruhig auf den Sitzen halten zu können.

Spaßiger Animationsfilm mit leichter Gruseleinlage und Identifikationspotential für jüngere Schulkinder.
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STREET FIGHTER

#1227 

Beitrag von MovieMan »

Für ein zweites World Warrior Turnier werden die besten Fighter des Planeten zusammengesammelt, unter Ihnen auch Ken und Ryu, die in einer besonderen Beziehung stehen. Neben dem „sportlichen“ Wettkampf dient das Turnier für den Veranstalter Bison (D. Dastmalchian) nur als Vorwand für seine Pläne, die er hegt.

Es handelt sich um eine Verfilmung eines Videospielprüglers, bei dem man mit verschiedenen Charakteren gegeneinander antreten kann, ähnlich konzipiert wie MORTAL COMBAT.
Das Setting ist dystopisch bis fantastisch/futuristisch, Testosteron bestimmt den Inhalt.
Ob das Spiel nun filmisch gut umgesetzt ist, kann ich nicht beurteilen, da ich es nie gespielt habe.
Die Figuren sind allerdings höchst überzeichnet und jede hat ihren eigenen Kampfstil.
Der Inhalt wirkt ziemlich aufgebläht, um Lauflänge zusammen zu bekommen, sodass die reine Kampfzeit/das Turnier gar nicht so viel Anteil haben, wie man vermuten müsste.

Der krampfhafte Versuch, den Figuren eine Charaktertiefe zuzugestehen, geht in die Hose. Trotz aller Bemühungen bleiben die Charaktere flach. Die dem Film an einigen Stellen innewohnende Komik ist entweder gewollt (dann mit schlechtem Ergebnis) oder unfreiwillig (dann auch nicht besser).
Schauspielerisch fällt nur D. Dastmalchian auf, der sich sichtbar pudelwohl in seiner Rolle fühlt und das spielt, was er kann: einen durchgeknallten Psychopathen.
Der Rest des Castes fällt völlig ab.

Der Film wird immer dann gut, wenn es um die reine Action geht. Davon bietet er aber zu wenig. Ich hätte mir das Turnier mit viel mehr und längeren Kämpfen gewünscht. Insofern bin ich unsicher, was eigentlich von der Videospielvorlage überhaupt erhalten sein soll.

Tricktechnisch ist das Ganze ordentlich visualisiert, wobei an einigen Stellen ein deutlich begrenztes Budget zu erkennen ist und die Trickeffekte nur nach mittelmäßiger TV-Serie aussehen.
Kostüme und Setbau sind hingegen gut gelungen.

Letztlich eine enttäuschende Prügelorgie, da es zu sehr an Prügel fehlt, dafür mit einem noch gut spielenden Dastmalchian, der mit seinen Szenen noch Schadensbegrenzung betreibt. Ich hatte deutlich mehr erwartet.
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WHALEFALL

#1228 

Beitrag von MovieMan »

Um den Tod seines Vaters (J. Brolin) verarbeiten zu können, begibt sich Jay (A. Abrams) in die Untiefen des Meeres, in der Hoffnung, die sterblichen Überreste bergen zu können. Ein Pottwal verwechselt Jay mit Futter, sodass Jay fortan um sein Überleben kämpfen muss, denn er hat nicht unbegrenzt Zeit, bis der Sauerstoff ausgeht.

Zunächst hatte ich erhebliche Mühe, schon die theoretische Möglichkeit der aufgezeigten Situation überhaupt als realistisch einstufen zu können, denn der Storyinhalt klingt wie fantasievolles Seemannsgarn, welches man sich nachts an irgendeinem Lagerfeuer erzählt.
Um überhaupt Spaß an dem Film zu empfinden, musste ich also jeglichen Realismusgedanken schnell und komplett ausschalten. Das ist mir leider nicht ganz gelungen. Hatte ich mich mit der einen Situation abgefunden, tauchte schon eine neue Situation auf, die so unlogisch war, dass ich permanent damit beschäftigt war, den Storyinhalt zumindest theoretisch als möglich anzusehen. Dieser dauernde innere Kampf mit mir selbst hat mir einen Teil der Freude am Film letztendlich doch genommen.

Abgesehen davon war der Film recht spannend inszeniert, wobei die Laufzeit allerdings mit 106 Minuten zu lang war, da sich einiges dann inhaltlich doch wiederholte. Eine Straffung auf 90-95 Minuten hätte dem Spannungsbogen sicherlich gut getan.

Visuell wurde aus dem Vollen geschöpft. Mit Tricktechnik wurde eine Situation/Umgebung geschaffen, die man nicht alle Tage sieht und wo sich die Macher äußerst kreativ ausgetobt haben. Wenn ich es noch richtig in Erinnerung habe, haben sich vorwiegend ILM und WETA ordentlich ins Zeug gelegt, um eine „besondere“ Umgebung zu „realisieren“. Insofern hervorragende Arbeit der Techniker an den visuellen Effekten.
Der Ton steht dem in nichts nach. Dieser hüllt sowohl den Protagonisten als auch den Zuschauer völlig ein, sodass man auch akustisch mittendrin ist.

Bemerkenswert ist die Kameraarbeit. Die holt das Maximale aus den Extremsituationen heraus. Zusammen mit der Schnittarbeit, die dynamisch von Closeup, über Totale und Halbtotale sowie wieder zurück wechselt, ergibt sich eine zusätzliche Spannung und Visualisierung der Enge des Raumes.

Schauspielerisch gibt es nichts Besonderes zu vermelden. Die Darstellungen sind auf oberem Mittelklasseniveau. Das ist nicht unbedingt das Problem der Schauspielenden sondern des Drehbuches, denn der Fokus liegt deutlich auf dem Überlebenskampf des Protagonisten. Abrams agiert angesichts der Situation nachvollziehbar, Brolin taucht nur in Rückblenden auf.

Purer Überlebenskampf unter Wasser unter Abwesenheit von jeglichem Realismus bei hochwertigen visuellen Effekten, einem hin und wieder einbrechenden Spannungsbogen und Schauspielern, die nicht sehr gefordert werden.
Keinesfalls eine Empfehlung für Personen mit Raumangst, dafür für Freunde von altem Seemannsgarn.
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HEIMSUCHUNG - EINE JAHRHUNDERTGESCHICHTE

#1229 

Beitrag von MovieMan »

Das Haus bleibt, seine Bewohner wechseln. Über mehrere Generationen ziehen Menschen in ein Haus an einem See, angefangen in der Nazizeit, endend nach der Wiedervereinigung.

Die Romanverfilmung begleitet mehrere Familien in der o.g. Epoche während ihres Lebens in dem Haus am See. Jede Familie bringt ihre eigene Geschichte mit und bewohnt das Haus aus den verschiedensten Interessen.
Ich habe sehr lange überlegt, ob ich mir diesen Film ansehe, denn ich fürchtete, dass mich der Inhalt eher gleichgültig lassen und für mich langweilig sein würde. Ausschlaggebend für meine Entscheidung war u.a. dann doch die Mitwirkung von L. Eidinger.

Belohnt wurde meine Entscheidung mit einer ungewöhnlichen Storykonstruktion. Irgendwie hatte ich permanent das Gefühl, das Haus selbst würde die Geschichten seiner Bewohner aus dem Off erzählen. Die einzelnen Geschichten erschienen eher beiläufig. Gefordert wird die kreative Denkmaschine des Zuschauers. Die Dialoge und Schauspielenden dienen hier mehr als Stichwortgeber, als Zuschauer musste ich mich permanent selbst mit meinem Wissen über den jeweiligen Zeitabschnitt auseinandersetzen, d.h. mit dem Aufkommen der Nazis, dem Niedergang des Deutschen Reiches, dem Leben in der DDR und der Zeit zur und nach der Wiedervereinigung.

Die Dialoge sind manchmal oberflächlicher Natur, den tieferen Sinn und Rest muss man sich selbst denken. Mir hat das erstaunlich Spaß gemacht.
Nachteil ist, dass man als Zuschauer schon etwas geschichtlich gebrieft sein und/oder Zeiten dieser dargestellten Epoche selbst erlebt haben muss.

Der Cast kann sich mehr als sehen lassen, das fängt bei M. Gedeck an, geht über L. Eidinger und S. Wolff und endet bei U. Matthes, A. Winkler und D. Buck. Jede Person gibt seiner Figur ein realistisches Bild der damaligen Zeit mit.

Aufgrund des Zeitumfanges der Geschichte, kam man nicht umhin, die Ausstattung permanent anzupassen. Ob Frisuren, übrige Maske oder Kostüme, alles wurde bedacht und stetig angeglichen. Ich vermute, dass das dem Kostümfundus des Studios Babelsberg zu verdanken ist, der besonders umfangreich ist.

Inwieweit der Film nah an der Romanverlage ist, kann ich nicht sagen. Mich haben die Geschichten jedoch unerwartet mitgenommen und ich konnte Geschichte, auch eigens erlebte Geschichte, nochmals Revue passieren lassen.

Ein Gesellschaftsporträt der besonderen Art, aufgezeigt an dem Leben mehrerer Generationen mit einem tollen deutschen Cast.

Mich freut zudem, dass das Studio Babelsberg den Film umsetzen konnte, denn das Studio hat extrem unter Corona gelitten, musste Produktionen einbüßen und kämpft derweil gegen die Entscheidung vieler Produzenten, die Produktion in das günstigere Ungarn oder sonstige Ausland zu verlegen, an. Es wäre schade um unser Kulturgut, denn es ist das älteste Großatelier Studio der Welt. Hoffnung gibt auch der neue Teil der TRIBUTE VON PANEM Reihe, der ebenfalls dort gedreht wurde.
Tipp: In Potsdam steht unweit des Bahnhofes das Filmmuseum Potsdam. Das ist zwar anstrengend, sich durch die ganzen Schriften zu lesen, doch für die Geschichte des deutschen Films unheimlich bedeutsam. Cineasten mit Bewusstsein für den deutschen Film aus Babelsberg sollten mal einen Besuch riskieren.
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SINN UND SINNLICHKEIT (2026)

#1230 

Beitrag von MovieMan »

Englische Landschaft um Ende des 18. Jahrhundert: Vater verloren und damit Haus verloren. So ergeht es den Schwestern Elinor und Marianne. Ein Ausweg aus der Misere kann es nur durch eine Heirat mit einem gut situierten Mann geben. Die Schwestern haben jedoch so ganz eigene Vorstellungen von einem zukünftigen Gatten. So ergibt sich ein Hin und Her zwischen verschiedenen Beziehungen, mit all der dazugehörenden Dramatik.

Verfilmung des Romans von Jane Austin. Ich kann nicht sagen, wie eng die filmische Umsetzung am Roman geblieben ist.
Bereits 1995 hat es bereits eine hochgelobte Verfilmung von Ang Lee für das Kino gegeben, damals mit einem reinen Staraufgebot. In dieser Verfilmung sind mir jedoch die Schauspielenden ziemlich unbekannt bzw. nicht erinnerlich, ob ich sie bereits in anderen Rollen gesehen habe.
Das ist aber nicht als Nachteil zu sehen. Auch mit diesem Cast funktioniert das Anschmachten zwischen den Personen sehr gut. Als romantisches Drama wird man in ein Beziehungschaos geleitet, bis sich irgendwann die Frage stellt, ob es eine Auflösung des Gordischen Knotens überhaupt geben kann. Liebhaber solcher literarischen Stoffe dürften ordentlich auf ihre Kosten kommen.

Die Umsetzung besticht nicht nur mit der Auswahl des Schauplatzes in einer abgelegenen Gegend Englands, sondern auch mit schönen Naturaufnahmen und tollen, englisch-typischen Behausungen.
Kostüme, Frisuren und Ausstattung sind famos in Szene gesetzt und so wirkt letztendlich alles sehr stimmig.
Das Bild unterliegt einem Colorgrading hin zu leicht entsättigten Farben.

Mit 132 Minuten ist die Geschichte recht lang und die Spannung kann nicht durchgehend aufrechterhalten werden, sodass es manchmal ein wenig dauert, bis die Handlung wieder an Fahrt aufnimmt.

Liebesdrama auf englische Art mit einem mir unbekanntem Cast, der gut spielt und einer schönen Ausstattung.
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DER PERFEKTE URLAUB

#1231 

Beitrag von MovieMan »

Die Chaos-Truppe um Leo (E. M’Barek), Rokko (W. Wilke-Möhring), Simon (F. Lau) und Pepe (F.D. Fitz) feiert mit anfänglichen Hindernissen auf Mallorca. Durch einen „Zufall“ stoßen die Frauen Carlotta (K. Herfurth), Eva (J. Schwarz), Maus (D. Amft) und Bianca (J. Haase) dazu. Nach den letzten Vorfällen ist das Misstrauen untereinander besonders hoch und jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt, sodass sich abermals alle in Verwicklungen verstricken.

Kann man einen guten Film (DAS PERFEKTE GEHEIMNIS) noch besser machen oder zumindest gleich gut? Meines Erachtens eher selten oder kaum.
Man hat zwar das Kammerspiel aufgegeben und den „Raum“ der Aktionen ziemlich erweitert, die Grundidee der Geschichte bleibt allerdings gleich.
Ich finde, dass den Drehbuchautoren zu wenig eingefallen ist, um eine durchgehend interessante Story bereit zu stellen. Viele Szenen und Dialoge wiederholen sich.
Auffallend ist, dass die Dialoge auch nicht mehr ganz so auf den Punkt sind wie im ersten Teil.

An der Spielfreude des Ensembles liegt es nicht, dass die Stimmung nicht so richtig aufkommt. Alle ordnen sich ihren Figuren unter und spielen leidenschaftlich ihre Rollen. Hätte es den ersten Teil nicht gegeben, würde es sich um eine gerade noch solide Komödie handeln, im Vergleich bleibt das Sequel aber ziemlich blass.
Mit über zwei Stunden ist der Film angesichts des gebotenen Inhalts auch zu lang geraten.

Das ewige Misstrauen untereinander und der ständige (teils grundlose) Streit zehren nicht nur an den Nerven der Filmfigur, sondern auch an denen der Zuschauer. So locker flockig und böse wie das Original wirkt dieser Aufguss nicht mehr – schade.

Komödien-Sequel mit ein paar guten Szenen, einem leidenschaftlichen Ensemble und Schwächen im Drehbuch, sodass dem Film zum Ende hin leicht die Luft ausgeht.
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early bird
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#1232 

Beitrag von early bird »

MovieMan hat geschrieben: ↑Fr 9. Okt 2026, 12:08 Gesundheitlich läuft es nicht mehr bei Frau Winkler (A. Winkler). Ein Pflegeheim ist viel zu teuer und die Beziehung zu Tochter Emi (L. Tonke) ist ebenfalls belastet. Daher erhält die neueste Errungenschaft der Technik Einzug in die Wohnung von Frau Winkler – ein Roboter. Das „Miteinander“ gestaltet sich zunächst schwierig.

Die Geschichte lenkt den Blick in eine nicht allzu ferne Zukunft. Das staatliche Pflegesystem ist marode, private Pflege unbezahlbar und die Pflege durch Familienangehörige ist ein Wunschdenken, welches sich nur in den seltensten Fällen realisieren lässt.
Das Konzept, für die Pflegebedürftigen Roboter – vornehmlich für die soziale Kontaktaufnahme – einzustellen, ist nicht neu und in z.B. asiatischen Ländern bereits Realität.
Unabhängig von der persönlichen Situation der zu pflegenden Person, stellen sich viele Fragen, die unsere Gesellschaft und ihre Entwicklung betreffen. Wie gehen wir mit älteren Menschen um? Was sind wir ggf. bereit zu opfern/einzusetzen? Möchten wir selbst von Robotern umsorgt werden?....sowie viele Fragen mehr.
Durch die Erweiterung der Situation auf eine Tochter, die sich der Zuwendung verpflichtet fühlt und dadurch selbst in erheblichen Druck gerät, wird der Film nicht nur für Personen, die selbst gepflegt werden müssen, sondern auch für deren Mitglieder aus dem persönlichen Umfeld interessant. Wer noch sowas wie Empathie aufbringen kann, wird wohl betroffen das Kino wieder verlassen.
Sicherlich zeigt die Geschichte auch die Vorteile dieser Entwicklung auf, wenn man das denn so benennen will. Denn die Vorteile erwachsen ja erst aus den Nachteilen unserer gesellschaftlichen Entwicklung.

Die Inszenierung von D. Dörrie erfolgt ohne erhobenen Zeigefinger und ist um einen fast nüchternen Ton bemüht, gibt aber Anlass und Anreiz, sich mit der Thematik auseinander zu setzen. Jede(r) Zuschauer/in kann den Inhalt für sich interpretieren, was lebensnah ist, denn jeder dürfte sich in seiner ganz eigenen Lage befinden. Auf eine optimale Lösung wartet man vergeblich, gibt es meines Erachtens auch nicht.

Wesentlichen Anteil am Gelingen des Films tragen die Schauspielerinnen Winkler und Tonke, wobei mir die Darstellung von Winkler besser gefallen hat. A. Winkler ist in der Lage, allein mit der Mimik, das Leiden einer pflegebedürftigen Person darzustellen. Tonke stellt dafür die innere Zerrissenheit ihrer Figur authentisch dar. Als Mutter-Tochter-Gespann funktionieren hier beide sehr gut.

Berührendes Werk über die Pflegesituation der Zukunft, die gar nicht mehr allzu weit entfernt ist, mit einer fast sachlichen Inszenierung, die zu einem Nachdenken über die Haltung der Gesellschaft hinsichtlich dieser Thematik anregt.
Ich habe den Film heute endlich sehen können. Ich stimme in allen Punkten deiner Filmkritik zu. Ein sehenswerter Film mit vielen Elementen die nachdenklich stimmen. Sehr gut gespielt vom gesamten Team.
Viele Grüße Thomas
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CLAYFACE

#1233 

Beitrag von MovieMan »

Gotham City: Der junge Schauspieler Matt (T. Rhys Harries) hat Ärger mit der Mafia und büßt dafür sein Aussehen, welches u.a. seinen Erfolg ausmacht, ein. Nach einer zeitaufwendigen „Rehabilitation“ macht er sich auf, um sich an seinen Peinigern zu rächen.

Eine Geschichte und ein Charakter aus dem DC-Universe, welche/welchen ich bislang überhaupt nicht kannte. So langsam holen Sie Figur für Figur auf die Kinoleinwand. Ob das die Leute ins Kino treibt, mag dahingestellt bleiben.
Ich bin aber der Auffassung, dass dieser Film auch funktionieren würde, wenn es keine DC-Geschichte wäre.
Grundsätzlich handelt es sich um einen Rachefilm, der dem einfachen Prinzip dieser Storys folgt: Bahnbrechende Ungerechtigkeit muss wieder geheilt werden.
Hier liegt die Story ein wenig anders, denn der Protagonist ist nicht unbedingt sympathisch. Trotzdem ist das, was ihm geschieht so böse, dass man selbst diesem Unsympathen wünscht, das Leben wieder in den Griff zu bekommen.
Und da sind wir auch schon beim Nachteil der Inszenierung: Die Charakterbildung.
Nur oberflächlich macht die Figur eine Entwicklung im Charakter durch – verpasste Chancen der Drehbuchautoren.

Dafür besticht die Handlung durch ihre Abartigkeit und auch Brutalität. Die FSK16 sehen zunächst nach nix aus, doch der Zuschauer muss einiges vertragen können. In leinwandfüllendem Format wird feinster Bodyhorror regelrecht zelebriert, bis man nicht mehr hinsehen mag.
Bedanken darf man sich bei der Maske sowie dem VFX-Team, welches mit tollen Morphingeffekten fantastische „Körperoberflächen“ zaubert. Die sind richtig gut gelungen.
Nicht so gut gelungen sind die Aufnahmen von Gotham aus der Totalen, diese sehen leider sehr nach Trick aus und fallen gegenüber den anderen Effekten sichtbar ab.
Das ist allerdings zu verschmerzen, da es nicht handlungsentscheidend ist.

Mit 109 Minuten ist der Film nicht sonderlich lang, aber auch lang genug, um die Spannung fast durchgehend aufrecht zu erhalten, Hänger sind selten, die Inszenierung flott und modern. Zeit nimmt sich der Film nur bei den besagten Horrorszenen, sodass es auch weniger ein Superhelden oder Superbösewicht Film ist als vielmehr ein fieser akzentuierter Horrorfilm.

Überraschend blutiger Bodyhorror aus dem DC-Universum mit guten Trickeffekten und einem hohen Unterhaltungswert – eine gelungene positive Überraschung.
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OTHER MOMMY

#1234 

Beitrag von MovieMan »

Die 7jährige Bela hat gern ihre Mami (J. Chastain) um sich. Wie praktisch, wenn Mami gleich doppelt vorhanden ist. Doch eine Ausgabe von ihr ist so gar nicht nett. Das bekommt die ganze Familie zu spüren.

Den Trailer fand ich richtig spooky. J. Chastain in einer Doppelrolle, vermixt mit Gruselatmosphäre – das muss doch gut sein.
Ich würde es nach Sicht des Films eher als Versuch werten, der nicht ganz gelungen ist.
Vielleicht bin ich aber auch nicht intelligent genug, den Film zu verstehen.
Die Deutungshoheit ist wie so oft dem Zuschauer überlassen.
Soll es nun ein Geister- oder Dämonenfilm sein oder ist die Handlung nur im übertragenden Sinne gemeint und wenn ja, in welchem? Viel Spaß beim Rätseln.

Zuweilen kreiert der Film schon eine gruselige Atmosphäre, durch dunkle Zimmer, geschickte Kameraarbeit, usw. Doch am Ende dieser Szenen wusste ich manchmal gar nicht wo das Autorenteam hinwollte.

Das, was wirklich gruselig war, waren die visuellen Effekte. Das sah aus, als hätte sich ein Student im ersten Semester mal schnell ausprobiert. Ich fand die Darstellung der 2. Mutter kein bisschen überzeugend und habe mich geärgert, was bei mir dann Spannung eingebüßt hat. Da gibt es selbst auf Youtube mittlerweile bessere Trickgrafik.

J. Chastain kann man keinen Vorwurf machen. Die holt raus, was aus ihren Rollen herauszuholen ist. Das war dann auch der einzige Lichtblick im Film. Ich konnte zu keiner Figur wirklich eine Beziehung aufbauen, die Charaktere waren mir fast egal. Ist dieser Zustand erstmal erreicht, kann man nicht mehr viel retten.
Dazu reichen die paar blutigen Szenen im Handlungsverlauf dann auch nicht aus.

Eine gute Grundidee wurde sehr gruselig umgesetzt, nur leider nicht, wie man es sich erhofft hat – enttäuschend.
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ZOMBIE 2- DAY OF THE DEAD

#1235 

Beitrag von MovieMan »

Die Apokalypse ist in vollem Gang. Es finden sich kaum noch Menschen auf der Erdoberfläche. In einem unterirdischen Bunker führen Wissenschaftler Versuche an Untoten durch und werden von einer Handvoll Militärs beschützt. Und wenn sich der Mensch uneinig ist, freut es den Zombie.

Nein, das ist kein neuer Film oder ein Remake, sondern das Original von 1985. Ich habe diesen Film damals nur als verstümmelte VHS-Fassung am TV gesehen, denn der Film wurde in Deutschland in ungekürzter Form aufgrund seiner Gewaltdarstellung „verboten“, inklusive Beschlagnahme. Wie viele andere Filme auch, ist das Werk heute „rehabilitiert“ und in ungekürzter Form (FSK18) erhältlich. Diese ungekürzte Fassung wurde anlässlich der Tage um Halloween nun im Kino wiederaufgeführt, für mich ein willkommener Anlass.

Es handelt sich um den dritten (damals abschließenden Teil) der Original Romero Trilogie, die mit DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN und ZOMBIE – DAWN OF THE DEAD begann bzw. fortgeführt wurde. Zu Unrecht stand dieser dritte Teil immer im überweiten Schatten von DAWN OF THE DEAD.
Während Romero mit DAWN OF THE DEAD deutlich Gesellschaftskritik am Konsumverhalten der Bevölkerung übte, lässt er auch bei diesem Film wieder kritische Töne anschwingen. Diese treffen Militär und Wissenschaft. Wie weit darf Wissenschaft wirklich gehen? Sind alle Mittel erlaubt oder gibt es irgendwo (moralische) Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen? Und inwiefern kann sich das Militär selbst als Regierung einsetzen?
Plakativ dargestellt wird das in einer unterirdischen Forschungsanlage, in der viele stilisierte und klischeebehaftete Figuren aufeinandertreffen. Vom verrückten Wissenschaftler über seine Helfer bis zum durchgeknallten und schießwütigen Militär ist in Abstufung von Nuancen alles vertreten, einschließlich der dazugehörigen Lebens- und Arbeitsauffassungen. Romero hat hier jedoch noch einen zusätzlichen Kniff eingebaut: einen Zombie (namens Bub), der sich ganz anders verhält als die anderen Untoten. Damit verstärkt Romero die Wirkung von der Entwicklung des Menschen in Extremsituationen dahingehend, dass nachher kaum mehr klar ist, inwieweit sich Menschen von Zombies unterscheiden bzw. welche „Spezies“ schlimmer agiert. Meines Erachtens wird das in diesem Film nochmals viel deutlicher als in DAWN OF THE DEAD.
Etwas störend könnte heute das permanente Overacting des fast gesamten Castes wirken, was den Machern wohl aber bereits damals vorgeworfen wurde. Heute wirkt das zumindest an einigen Stellen unfreiwillig komisch und belustigend.

Der grafische Horror wird allerdings nicht außer Acht gelassen. Dafür hat Masken- und Bodytrickspezialist Tom Savini gesorgt. Zwar sehen seine Zombies aus heutiger Sicht ein wenig „einfach“ aus, weil es sich erkennbar um grün-gräulich geschminkte Gesichter handelt und nur selten Zombies zu sehen sind, die bereits auseinanderfallen, da wir seit THE WALKING DEAD deutlich andere Gestalten im Kopf haben. Doch was die Szenen angeht, in denen Menschen den Untoten zum Opfer fallen, das kann sich selbst heute (zumindest in der ungekürzten Fassung) noch sehen lassen. Wenn sich in handgemachten Effekten zunächst die Haut vom Körper löst, bevor danach die einzelnen Gliedmaßen und letztlich die Innereien folgen, das in Großaufnahme und langen Kameraeinstellungen gezeigt wird, dann geht dem geneigten Filmfan das Herz auf und im Stillen ein Dank an Savini für seine auch nach heutigen Maßstäben herausragende Arbeit.
In dieser Intensität habe ich THE WALKING DEAD hinsichtlich solcher Szenen nicht empfunden.

Großes 80er-Jahre Horrorkino im Zombie-Genre mit kritischer Betrachtung von Wissenschaft und Militär, ausgearbeitet von Altmeister George A. Romero, dem Begründer des modernen Zombiefilms und umgesetzt mit handwerklich herausragender Arbeit von T. Savini – eklig schön.
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WILDWOOD

#1236 

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Die Heranwachsende Prue verliert ihren kleinen Bruder in den magischen Wäldern Portlands. Auf der Suche nach ihm gelangt sie in ein verborgenes Reich, in dem alles anders ist, als sie es aus der Stadt kennt. Doch dieses Reich beherbergt neben seinen magischen Geheimnissen eine Vielfalt von Gefahren, deren sich Prue erwehren muss. Trotzdem sie Unterstützung durch den nerdigen Schulkameraden Curtis erfährt, scheinen manche Gefahren so übermächtig, dass das Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist.

Ich habe ja so gar nicht gewusst, in was für einen Film ich da gehe, denn einen Trailer hatte ich nicht bewusst wahrgenommen bzw. wieder vergessen.
Unverhofft wurde ich mit dem besten Animationsfilm der letzten Jahre, wenn nicht der letzten Jahrzehnte, belohnt.

Die Macher haben in über 1000 Arbeitstagen (!!!) ein Stopp-Motion-Werk erstellt, das sämtliche Grenzen zu sprengen scheint. Es wurden Puppen konstruiert, diese mit Kleidung versorgt und für jede Puppe noch verschiedene austauschbare Gesichter konstruiert, damit die Optik der Gemütslage der Figuren angepasst werden konnte. Es wurden bahnbrechende Sets und Bauten erstellt, die in ihrer Dimension jegliche Vorstellungskraft von mir gesprengt haben.

Herausgekommen ist dank dieser Mühen ein über 2stündiger Stopp-Motion-Film, der erstaunlich flüssig animiert ist. Angesichts vieler Szenen, in denen es vor Figuren nur so wimmelt, fragt man sich, wie die Macher das überhaupt hinbekommen haben.
Die Liebe zum Detail ist so überbordend, dass ich das kaum erfassen konnte und aus dem Staunen nicht mehr herauskam. Zwar sind die Gesichter der Figuren recht stilisiert, aber durch die auswechselbaren Gesichter, entfaltet die Mimik trotzdem Dramatik. Die Oberflächen sind durch echte Materialien schön detailliert gestaltet.
Ja, in einigen Szenen gibt es CGI-Effekte, doch das Meiste ist eben handgemacht. Und das macht einen krassen Unterschied zu sonstigen reinen CGI-Animationen.
Das Bild wirkt dermaßen plastisch, dass man an einigen Stellen meinen könnte, man habe es mit einer 3D-Produktion zu tun.
Die Zusammenarbeit der Zoic-Studios mit der VFX-Schmiede WETA vollenden optisch das, was sich die Schöpfer des Werkes vorgestellt haben: Stopp-Motion mit leichter CGI-Unterstützung bildet eine Symbiose, wie ich sie in ihrer Wirkung noch nie wahrgenommen habe. Die Optik ist so sensationell, dass ich mich kaum auf den Inhalt konzentrieren konnte.

Die Geschichte selbst ist spannend konstruiert und richtet sich mehr an ältere Kinder, aber auch an Erwachsene. Trotz FSK12 dürfen in Begleitung der Erziehungsberechtigten auch Kinder ab 6 Jahren in den Film, doch diese sollten schon irgendwie „gefestigt“ und nicht überempfindlich traurigen Momenten gegenüber sein, zumal auch Verlustängste deutlich thematisiert werden. Auch wenn die Optik sehr bunt, farbenfroh und ja, auch fröhlich ist, zeigt der Inhalt auch seine düsteren Passagen, die der Optik konträr gegenüberstehen.

Ein wahnsinnig aufwendiges Stopp-Motion-Animationswerk, welches mit Prachtoptik und berührender magischer Geschichte die Zuschauer in den Bann ziehen kann und wie man es wohl in einer solchen Art nicht oft zu sehen bekommt. Eine ganz dringende Empfehlung für einen Kinogang und für mich jetzt schon der Oscar-Spitzenkandidat für den besten Animationsfilm. Bisher ein absolutes Highlight in meinem Kinojahr 2026.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

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GEISTER

#1237 

Beitrag von MovieMan »

Bei der ersten Begegnung auf einer Feier sprühen zwischen Farasha (M. Dawoud) und Faris (E.M. Güvercin) sofort die Funken, obwohl die Anmache spröder nicht sein kann. Doch das Schicksal ist eine Bitch und beide müssen mit einer sich stark geänderten Situation auf ihre Weise klarkommen, eine Situation die alle vor mehr als besondere Herausforderungen stellt, denen man nicht gewachsen scheint.

F. Akin hat ein junges Hamburger Paar so in Szene gesetzt, dass die Emotionen hochkochen, da der Inhalt aufwühlt. Thematiken wie Loslassen, Liebe, Schuld, Vergebung, etc. bilden einen emotionalen Hexenkessel, dem sich wohl kein Zuschauer wirklich entziehen kann. Wer da nix fühlt, muss tot sein. Ich meine, der Film ist ähnlich aufwühlend wie LOVE STORY oder GHOST, NACHRICHT VON SAM.
In wunderschönen Bildern wird diese herzzerreißende Liebesgeschichte erzählt, Bilder voller Romantik, Dramatik und purer Schönheit umlegen die Story wie ein warmer Mantel eine fröstelnde Person. Doch aufgepasst, der Film beginnt und endet mit einem Warnhinweis und am Ende habe ich verstanden warum.
Während der Vorstellung war es schon sehr still im Publikum, spätestens am Ende herrscht dann aber Taschentuchalarm. Deutliches Schluchzen und Schniefen war im Saal vernehmbar.
Verständlich, denn Akin schleudert dem Kinopublikum die volle Wucht der Emotionen, die diese Geschichte zu bieten hat, entgegen, ohne jegliche Rücksicht, denn nur so entfaltet sich die beabsichtigte Wirkung, die Zuschauer zu packen und mitzunehmen.
Für Hamburger Zuschauer hält Akin zudem noch ein reichhaltiges Potpourri an urbanen Schauplätzen bereit, wo sich der Ortskundige denkt: „Das kenne ich doch, da war ich auch schon.“ Damit dankt Akin seiner Heimatstadt und Ortskundige dürften sich dem Film noch mehr verbunden fühlen.
Leichte Kost ist es indes nicht was geboten wird und nach dem Film sollte man irgendwas Fröhliches machen.

Großen Anteil an der Wirkung haben die beiden jungen Hauptdarsteller. Sie schaffen es, mit ihrer Performance, das Publikum sofort für sich und ihre Sache einzunehmen. Dieses Identifikationspotential der Figuren, gemischt mit den klaren aber klugen Dialogen, macht es den Zuschauern umso schwerer, den Inhalt zu verkraften.

Das Werk reiht sich ein in die ultimativen Dramen, die die Filmgeschichte bereithält, meisterhaft inszeniert durch F. Akin und zauberhaft gespielt von Dawoud und Güvercin. Wie gesagt, packt schon mal die Taschentücher ein.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

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GODZILLA MINUS ZERO

#1238 

Beitrag von MovieMan »

Godzilla ruht auf dem Boden des Ozeans, während über Japan das nächste Monster herfällt: Ghidorah. Verzweifelt kämpft die Gruppe von Wissenschaftlern und Militärs, die bereits Godzilla „besiegt“ hat, auch gegen das neue Ungetüm, mit fraglichem Erfolg, zumindest bis eine Idee geboren wird, die sich nach purem Selbstmord anhört. Verzweifelt greifen die Japaner nach dem letzten Strohhalm.

Das ist die ziemlich direkte Fortsetzung von GODZILLA MINUS ONE. Während dieser noch mit Lorbeeren überschüttet wurde, muss die aktuelle Fassung ein paar Federn lassen, denn der Inhalt und die Umsetzung driften ein wenig in Richtung der jüngsten Umsetzungen des Stoffes, vornehmlich GODZILLA KING OF THE MONSTERS ab. Gerade gegen Ende wird die Trickkiste ordentlich hochgefahren und die letzte halbe Stunde besteht nach zunächst betulichem Aufbau eher aus purer Eskalation.

Einen Großteil der Geschichte macht die Diskussion der Wissenschaftler aus sowie die Darstellung der menschlichen Schicksale, sowohl angesichts des gerade zu Ende gegangenen 2. Weltkrieges als auch der neuen Bedrohung durch die Monster. Zumindest zeitweise wird so das Schicksal der Menschen in den Vordergrund gestellt.
Schwer zu ertragen sind die Bilder aus Hiroshima, die die Gräuel des Atombombenabwurfes zeigen. M.E. sollte man hier die FSK12 wirklich so nehmen und mit Kindern ab 6 Jahren den Film nicht besuchen (was bei FSK12 ja möglich ist).

Das Ganze ist zeitlich in den 1940ern verortet. Die Ausstattung und die Bauten sind dieser Zeit angepasst. Wer den Vorgänger kennt, erkennt dezente Veränderungen, da die neue Geschichte nur ein paar Jahre nach dem ersten Teil spielt. Diese Anpassung ist sehr gut gelungen und auch umgesetzt.
Tricktechnisch befindet sich der Film auf dem Niveau des Vorgängers, wobei mir die VFX stellenweise nicht ganz so gefallen haben. Gerade die Flugszenen von Ghidorah sahen sehr nach Trick aus, während die Szenen der Flugzeuge sehr überzeugend waren.
Akustisch hätte der Klang etwas differenzierter sein können. Einiges ist im Gebrüll der Supergiganten untergegangen. Zusätzlich ist das aber auch der Technik des von mir besuchten Kinosaals zuzuschreiben, denke ich zumindest. Im Vergleich müsste ich mir sonst mal die IMAX-Version ansehen bzw. anhören.

Meines Erachtens leicht schwächelndes Sequel der Zerstörungsorgie, die mit ungeahnt drastischen Bildern aufwartet und tricktechnisch nicht ganz formvollendet aber immer noch einen Gang ins Kino (mit möglichst großer Leinwand) wert ist.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

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