Ich war im Kino...

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MovieMan
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HOW TO MAKE A KILLING - TODSICHERES ERBE

#1126 

Beitrag von MovieMan »

Der aus der Familie „ausgestoßene“ Becket (G. Powell) ist aber nicht aus der Erbfolge der reichen Dynastie ausgeschlossen. Um an den großen Zaster heranzukommen, muss er nur genügend unliebsame Verwandtschaft aus dem Weg räumen. Dabei stehen ihm seine Freundin Ruth (J. Henwick) und vor allem seine Jugendliebe Julia (M. Qualley) immer mal wieder im Weg.

In diesem Gaunerstück lässt G. Powell wieder seinen unnachahmlichen Charme sprühen und M. Qualley gibt sich als fieses Miststück. Insgesamt fällt es schwer, so richtig sympathische Charaktere auszumachen. Die Krone wird dem Ganzen durch E. Harris als Familienpatriarch aufgesetzt. Trotz geringer Screentime verbreitet sein Auftreten äußerstes Vergnügen.
Der Geschichte kann man natürlich vorwerfen, sie glorifiziere Gewalt und Raubrittertum, doch das macht sie mehr als charmant. Es ist schon eigenartig, dass man als Zuschauer einem Gauner, der Leute aus fehlgeleiteten Interessen ums Eck bringt, auch noch die Daumen drückt. Ein Zeichen unserer Zeit? Oder bin ich selbst in meinen Wertvorstellungen schon völlig verkorkst?

Die Story wird in Rückblenden im Rahmen eines „Interviews“ erzählt, bis am Ende ein paar Überraschungen an die Zuschauer ausgegeben werden. Ja, das Ende ist m.E. moralisch fragwürdig – doch zumindest ziemlich unterhaltsam, und das „Augenzwinkern“ lässt den Zuschauer alles im Nachhinein wieder „richtig“ einordnen.

Ein paar der Charaktere sind mehr ausgefeilt als die anderen, insofern konzentriert sich die Handlung um wenige Personen, was aber hier kein Nachteil ist.
Der Spannungsbogen ist eher mittelmäßig, ich habe schon während des Films immer an das mögliche Ende denken müssen. Das hat für mich die Spannung aufrecht erhalten.

Unterhaltsames aber moralisch fragwürdiges Gaunerstück mit zumeist unsympathischen Charakteren aber spiellaunigen Hauptdarstellern.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

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MovieMan
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LEE CRONIN'S THE MUMMY

#1127 

Beitrag von MovieMan »

Familie Cannon erleidet einen Schicksalsschlag als sie Tochter Katie verlieren. Jahre später sitzt Katie wieder vor ihnen. Doch sie hat sich verändert, und das nicht zum Positiven. Durch ihre Anwesenheit schwebt die ganze Familie in äußerster Gefahr.

Die Mumienfilme sind wie die Mumien selbst einfach nicht tot zu kriegen. Hier wählt man erfreulicherweise mal einen etwas anderen Ansatz, indem man die Geschichte als Mix zwischen DER EXORZIST und EVIL DEAD angelegt hat.
Katie-Darstellerin N. Grace verleiht ihrer Figur etwas unentwegtes Unheimliches und Bedrohliches, sodass man abgesehen von den üblichen Horrorfilmelementen schon aus schauspielerischer Sicht ein latentes Unbehagen mit einer Figur verbreiten kann.

Dazu gesellen sich teils handgemachte, teils computergenerierte Effekte. Die handgemachten Effekte sind hervorragend gelungen und müssen keinen Vergleich mit den jüngsten Verfilmungen aus der EVIL DEAD Reihe scheuen. Die CGI-Effekte hingegen sind eher auf TV-Serien-Niveau.
Eines muss man aber dem Film zusprechen, er ist überbetont ekelig und auch blutig. Der Zuschauer wird quasi durch lange Einstellungen auf unschöne Details optisch gefoltert. Es ist fast ein Spiel mit dem Zuschauer: Wird er wegsehen bevor die Szene zu Ende ist? Das bringt dem Film das FSK18 Siegel zu Recht ein.

Auffallend ist die Akustik. Eine hervorragende Surroundkulisse hüllt die Kinozuschauer ein und die Handlung sowie der Schrecken sind immer präzise zu orten. Ein schönes Sounddesign.
Im Abspann erklingt ein Score, der die Handlung des Films tonal nochmals vollends aufnimmt. Nichts, was man sich so unabhängig vom Film anhören würde, aber als Abspannmusik hervorragend funktioniert, auch wenn ich dann immer fast die einzige Person im Saal bin, die solche Momente noch genießt.

Blutig, ekeliger Mumienfilm mit etwas anders konstruierter Geschichte und der mit seinen guten handgemachten Tricks eine Herausforderung für die (meisten) Zuschauer darstellen könnte.
bild 7.55 Software 5.4.6.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

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APPOFENIACS

#1128 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Aus technischer Bewunderung und aus Rachegelüsten stellt Duke eine Reihe von Deepfake-Videos in das Internet, ohne zu ahnen, welch schlimme Auswirkungen diese Filmschnipsel auf die Betroffenen haben.

Der Film widmet sich dem zunehmenden Phänomen, ohne Aufwand KI-unterstützt von Jedermann realistische Deepfakes zu erstellen, die mit der Realität nichts mehr gemein haben und den Betroffenen in Misskredit bringen kann. Experten rechnen übrigens damit, dass im Jahr 2027 bereits Deepfakes so gut sein werden, dass man sie als solche technisch nicht mehr entlarven kann.
Insofern hingt der Film bereits ein wenig hinter der Gegenwart hinterher.

Die Geschichte wird episodisch erzählt, wobei die einzelnen Handlungsstränge immer weiter zusammengeführt werden. Am Anfang empfand ich das ein wenig konfus und irritierend. Die Handlung konzentriert sich weniger auf die Herstellung der Deepfakes als auf die Auswüchse, welche mit ihnen verbunden sind. Eingewoben wird das thrillerähnlich in Minigeschichten, die manchmal auch ein wenig strange daherkommen, schließlich aber unschön eskalieren und mitunter auch ziemlich blutig sind.

Die (wohl zumeist) handgemachten Effekte schwanken in der Qualität von unbeabsichtigt belustigend bis gut gemacht.

Schauspielerisch bewegt man sich am unteren Mittelmaß, lediglich S. Gunn konnte sich in der Performance etwas positiver absetzen.

Ein Film, der uns das kommende Grauen durch die technischen Möglichkeiten im Sinne von Deepfakes näherbringen soll, obwohl uns dieser Umstand in der Realität schon längst eingeholt hat. Der Film kommt 3-4 Jahre zu spät. Dafür hinterlässt er einen ziemlich üblen Nachgeschmack mit Blick auf eine Gesellschaft, die sich zunehmend als moralisch krank und skrupellos offenbart.
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