Ich war im Kino...

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BULLET TRAIN

#576 

Beitrag von MovieMan »

Ladybug (B. Pitt) ist Auftragskiller, der sich vom Pech verfolgt wähnt. Sein aktueller Auftrag führt ihn in den immer pünktlichen Hochgeschwindigkeitszug auf der Strecke zwischen Tokio und Kyoto. Zunächst ist das Ziel, einen Koffer sicherzustellen. Doch Ladybug ist nicht der einzige Killer im Zug. Verschiedene Parteien sind hier aus unterschiedlichsten Gründen am Werk und es beginnt eine wilde Hatz nach Personen und dem Koffer. Ist die hohe Anzahl der Killer im Zug nur ein Zufall oder steckt mehr dahinter und wie hängt das mit dem mysteriösen WHITE DEAD zusammen?

Banal betrachtet erhält der Zuschauer eine launige Actionkomödie mit ordentlich hohem Kunstblutanteil. Genauer geschaut, klaut sich die Story aus vielen Filmen einfach was zusammen: PULP FICTION, ALARMSTUFE ROT 2, SNAKES ON A PLANE, KILL BILL, inszeniert als eine schlechte Kopie aus Tarantino-Style und Jackie Chan-Klamotte. Gerade der nahezu schon gewaltsame Versuch, die grandiosen Dialoge von PULP FICTION zu kopieren, stößt sauer auf, da BULLET TRAIN die Qualität von Tarantinos Meisterwerk nicht in Ansätzen erreicht. Würde man nicht immer daran erinnert, wäre es teilweise schon ganz amüsant. Besser, man kennt PULP FICTION nicht, wenn man sich BULLET TRAIN ansieht oder versucht den Bezug auf den Film völlig zu ignorieren (was mir jedenfalls nicht gelungen ist).
Ansonsten geht es flott daher, der Actionlever ist recht hoch, mit zwischenzeitlichen kleinen Verschnaufspausen. B. Pitt spielt engagiert, ein wenig leidend und gequält wie sonst Ryan Reynolds. Die Spannung bleibt konstant auf einem mittel bis hohen Level, will man doch wissen, wie es ausgeht. An die Logik darf keine Anforderung gestellt werden, schon gar nicht an irgendeine physikalische. Die Stuntszenen sind super, die CGI-Szenen Mittelmaß.
Die Kamera fängt die Fights unter den beengten Verhältnissen gut ein und ist erstaunlich dynamisch. Entweder waren Unsummen von Kameras im Einsatz oder einige Szenen wurden oft wiederholt, um im Schnitt die Action gekonnt ins Bild zu setzen.

Spaßige Actionbahnfahrt, bei der man über das o.g. Manko hinwegsehen muss, um 2 unterhaltsame Stunden im Kino zu haben, verbunden mit einem Lehrauftrag über das Erfordernis des Kennens der Kinderserie THOMAS, DIE KLEINE LOKOMOTIVE hinsichtlich der ständigen Anwendbarkeit im realen Leben.
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NOPE

#577 

Beitrag von MovieMan »

OJ (D. Kaluuya) bewirtet eine Pferderanch vor den Toren LA in einem abgelegenen Tal. Seine Schwester greift ihm dabei unter die Arme. Plötzlich mehren sich unerklärliche Phänomene wie Stromausfälle, Personen/Dinge verschwinden und am Himmel zeigt sich eine seltsame Erscheinigung. Je mehr er dem Mysterium auf die Spur kommt, desto gefährlicher wird es.

Neuester Film von Jordan Peele (GET OUT, WIR). Die Qualität von GET OUT kann nicht erreicht werden. Die Geschichte ist voller Logiklöcher, die ich aufgrund von sonst erzwungenen Spoilern hier nicht detailliert beschreiben kann. Durchaus hat der Film seine spannende Momente und einen auch gelungenen Twist (wenn man es so nennen will). Das letzte Drittel/Viertel ist nach der Auflösung aber nur noch ein reiner Actionfilm. Auch das Ende dürfte nicht jedem Zuschauer zusagen. Weiterhin wird die Interpretion mancher Vorkommnisse wieder dem Zuschauer überlassen bzw. ist z.B. der Grund der Nebengeschichte um einen Fernsehaffen nicht ganz offensichtlich. Ob sich der Zuseher alles so denkt, wie in den Kommentaren zum Film beschrieben, ist zumindest fraglich. Einige Fragezeichen bleiben nach dem Film schon, allein aufgrund der o.g. bereits erwähnten Logiklöcher.

D. Kaluuya spielt schon fast gelangweilt und nicht mit dem Eindruck den er bei GET OUT hinterlassen hat. Vielleicht ist das aber auch eine Frage des Drehbuches bzw. der gewollten Dramatik, um seinen Charakter stark von dem seiner Filmschwester abzugrenzen, welche sich äußert extrovertiert gibt.

Gelungen fand ich die visuellen Effekte. Gerade die seltsame Erscheinung ist meines Erachtens in den Anfangsszenen gut eingefügt worden. Akustisch weiß der Film auch zu überzeugen. Differenzierte Klänge mit auch Klangverläufen werden klar, stimmig und unterscheidbar herausgearbeitet. Mal was Anderes auch bei der Musik, die ich schwer beschreiben kann. Ich würde es als Western-Neo-Score bezeichnen, mit ganz eigenem Charme (im positiven Sinne), hat mir gut gefallen. Daher auch gern im Abspann sitzenbleiben und weiter zuhören.

Nicht der Reißer, den man von Jordan Peele aufgrund seines mehr als gelungenen Erstlings GET OUT erwartet. Man kann einen solchen Erfolg auch nicht dauernd wiederholen. Trotzdem für gute zwei Stunden Unterhaltung, um den Kopf freizubekommen unter der Voraussicht, dass man fähig ist, über die Schwächen in der Story, insbesondere den Logiklöchern, hinwegzusehen.
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JAGDSAISON

#578 

Beitrag von MovieMan »

Eva wurde von ihrem Mann für eine andere Frau verlassen, ist im Job unglücklich und hadert mit ihrer Mutterrolle, die sie nicht wie gewünscht ausführen kann. Ihre beste Freundin Marlene versucht, ihr zu helfen und auf andere Gedanken zu bringen. Marlene selbst will ein Wellnesswochenende verbringen, u.a. auch um einen Schwarm aufzureißen. Dummerweise hat sie Bella, die Neue von Evas Ex, als Begleitung gewählt. Klar, dass Eva die beiden nicht allein fahren lässt. Und so machen sich die ungleichen Drei samt ihrer Probleme auf den Weg in das Wochenende. Die Frage, wann etwas schiefgehen wird, ist rein rhetorischer Natur.

Deustche Komödie nach dänischem Vorbild. Es scheint geradezu en vogue zu sein, ausländische Filme in das Deutsche Umfeld/Gehabe zu kopieren. Zu erfolgreich waren wohl die Adaptionen von DER VORNAME, CONTRA und DAS PERFEKTE GEHEIMNIS, die ebenfalls ausländische Vorbilder gehabt haben.
Daraus ist eine völlig chaotische, mitunter auch turbulente Komödie entstanden, die an einigen stellen einem gewissen Fremdschämfaktor nicht entbehrt. Die Witze/der Humor liegen/liegt vielfach unter der Gürtellinie und hat mich an die zotigen Filme von Melissa McCarthy erinnert. Die Thematik ist sehr auf weibliche Problemfelder fixiert, sodass "Mann" sich evtl. weniger wiederfindet, aber duchaus hier und da auch Vergnügen empfinden kann.
Der Humor im Umgang mit Tieren ist politisch inkorrekt, das dürfte nicht Jedem gefallen. Natürlich wird versichert, dass kein Tier zu Schaden kam. Militante Tierschützer sollten sich den Film ersparen.

Das Damentrio spielt hervorragend und gut gelaunt zusammen und verpasst dem Film damit den nötigen Drive im o.g. Sinne. Die Inszenierung weist keine Besonderheiten auf, außer dass es meist geschafft wird, storytechnisch noch die Kurve zu kriegen bevor der Nervfaktor eintritt. Fast ein Ritt auf der Rasierklinge.

Zotige, launige Komödie mit gut aufgelegten Darstellerinnen inhaltlich auf vorwiegend weibliche Probleme ausgebreitet. Schneller Zeitvertreib für das kurze Vergügen für Zwischendurch.
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DER GESANG DER FLUSSKREBSE

#579 

Beitrag von MovieMan »

Kya (D. Edgar-Jones), nach tragischen Ereignissen in ihrer Kindheit allein in den Sümpfen North Carolinas aufgewachsen und absolute Außenseiterin, wird des Mordes an einem Jungen bezichtigt. Der alternde Rechtsanwalt Milton (D. Strathairn) übernimmt ihre Verteidigung vor Gericht. Die Faktenlage scheint zunächst eindeutig, wird jedoch immer mehr in Zweifel gezogen. Mit welchem Urteil der Jury muss das "Marschmädchen" in dem konservativen Bundesstaat der USA Ende der 60er Jahre / Anfang der 70er Jahre rechnen?

Inszenatorisch geschickt umgesetzte Verfilmung einer Bestsellervorlage. Immer wieder wird in Rückblenden das Leben und Leiden der Protagonistin weitererzählt, unterbrochen von dem Handlungsstrang der Gegenwart.
Das schafft Spannung und ist glücklicherweise nicht zu kompliziert aufgebaut, sodass die Zuschauer gut folgen können. Gekonnt wird Krimi mit Liebesfilm, Coming of Age und Drama vermischt und zwar in einer Ausgewogenheit, die ich selten beobachten konnte, die Balance zwischen diesen Anteilen ist hervorragend. Verflochten wird das mit fast schon sensationell schönen und teils mystischen Bildern aus den Sümpfen und den Marschlanden der Umgebung (lt. Abspann wohl gedreht in Louisiana, wenn ich schnell genug gelesen habe). Diese Bilder unterstreichen die Handlung immens, gerade die Einsamkeit der Hauptfigur und die mysteriösen Umstände der Tat. Ein sehr gefälliger Einklang zwischen Bild und Handlung. Mitunter darf sich die Kameraarbeit einen großen Teil des Erfolgs dabei zuschreiben.
Neben der guten Inszenierung sticht die Performance der Hauptdarstellerin heraus. Obwohl dramaturgisch ein äußerst zurückhaltendes Mädchen gezeigt wird, verleiht D. Edgar-Jones der Figur doch eine hervorstechende Persönlichkeit und einen deutlichen Charakter, der dank der erzählerischen Rückblenden auch Tiefe aufzuweisen hat.
Dass Teile des Films, z.B. das jahrelange einsame Leben der Hauptfigur sowie deren für die Umgebung eingentlich nicht angepasste Kleidung, etwas unrealistisch anmuten, kann verziehen werden und hat m. E. auf den Gesamteindruck keinen nachhaltigen Einfluss.
Ungewöhnlich ist für mich das Ende des Films. Während sich der Film für die Erzählung deutlich und wohltuend Zeit genommen hat, mutet das Ende eher vorgespult, ja fast überhastet, an. Erst im zweiten Gedanken war ich zufrieden damit und finde es jetzt richtig gut, weil es aufgrund der gefühlvollen aber doch "schnelleren" Erzählweise einen noch tieferen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Wie so oft in der Kunst ist es reine Geschmackssache.

Wer direkt nach dem Film und vor dem Abspann das Kino verlässt, bringt sich um einen hervorragenden Filmsong vom Taylor Swift, eigens für diesen Film komponiert. Der Song unterstreicht die Gemütslage des vorher Gesehenen nochmals, sodass man mit einem zufriedenen Gefühl den Saal dann auch verlassen kann. Sitzenbleiben ist anders als in der Schule im Kino nichts Nachteiliges.

Hier ist ein Kinogang weder Zeit- noch Geldverschwendung. Die Hinzuwendung zur Kinoleinwand lohnt bereits für die tollen Bilder und zusätzlich erhält man noch eine wunderschön erzählte und inszenierte Geschichte.
Zwei Stunden wunderbare Unterhaltung.
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#580 

Beitrag von fswerkstatt »

Da freue ich mich aber, denn genau diesen Film habe ich für heute Abend gebucht. :thumbsupcool:
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#581 

Beitrag von MovieMan »

Dann viel Vergnügen.
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DIE KÄNGURU-VERSCHWÖRUNG

#582 

Beitrag von MovieMan »

Kleinkünstler Marc-Uwe ist immer noch verschossen in seine Nachbarin Marie, die aber nicht so recht was wissen will von ihm. In seiner Verzweiflung lässt er sich auf einen Deal ein: Er bekehrt Maries Mutter, die sich in den Fängen von Verschwörungstheoretikern befindet und er erhält nochmals eine Chance auf ein Näherkommen. Als Einsatz bietet er einen Wohnungstausch an, sollte er verlieren. Noch ziemlich siegessicher und motiviert geht Mar-Uwe die Sache an, doch nach und nach schwindet die Hoffnung, da zunächst Maries EX, Joe, zurückkehrt und ihr wieder den Hof macht und es sich mit Maries Mutter auch nicht so einfach gestaltet wie erwartet. Marc-Uwe und das Känguru müssen um die Gunst Maries kämpfen und nachher auch um ihr Leben.

Zweiter Teil über das anarchische Beuteltier, diesmal im Fokus der Klimawandelleugner und Aluhutträger. Der Witz ist unterschiedlich, von amüsamt über brachial bis humorig und anarchisch. Für einige Pointen ist auch historisches Hintergrundwissen hilfreich. Das Känguru trägt weiter sein Herz auf der Zunge und lässt keine Gelegenheit aus, Marc-Uwe in absurde Situationen hineinzureiten. Die o.g. Zusammenfassung des Inhaltes könnte suggerieren, dass eine Rahmengeschichte existiert. Die Inszenierung belehrt aber eines Besseren. Der Film wirkt wie ein zusammengefrickeltes Werk einzelner Comedykurzgeschichten oder Sketchen, eingepresst in eine an den Haaren herbeigezoigene Handlung, deren Ausgang am Ende des Films auch dem Regisseur und Drehbuchautor egal geworden ist.
Einzig die (nicht immer zündenden) Gags, die wie Nadelstiche in das Verschwörungslager hineingebohrt werden, sorgen für stetige Unterhaltung, mal mehr mal weniger gelungen.
Es fehlt die Lockerheit, manche Dialoge wirken verkrampft und nicht so schwungvoll wie noch im ersten Teil.

Schauspielerisch ragen B. Fürmann als schmierig-glatter Oberverschwörer sowie M. Ostrowski als Maries Ex, Joe, aus dem Einheitsbrei des Ensembles heraus.
Tricktechnisch ist das Känguru wieder hervorragend in den Realfilm eingefügt.

Für Freunde des ersten Teils und des Kängurus. Verschwörungsanhänger bleiben lieber fern, denn mit der Ansicht, die Erde wäre flach, ist jetzt gründlich aufgräumt worden. Die Erde ist nämlich ein Würfel!
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OVER & OUT

#583 

Beitrag von MovieMan »

Die 4 Freundinnen Steffi, Toni, Lea und Maja (N. Tschirner) schließen in jungen Jahren Musketierfreundschaft und einen Pakt, dass man sich untereinander hilft, wenn diese Hilfe eingefordert wird.
Jahre später, die Frauen sind ca. Ende 30, fordert Maja ein Treffen in Italien, ihrem Lebensmittelpunkt, ein. Die drei Anderen machen sich mehr oder weniger freiwillig/widerwillig auf dem Weg und finden am Ziel angekommen eine andere Situation vor als gedacht. Zusammen machen sich die 4 auf eine Reise durch Italien, deren Ziel nicht nur ein bestimmter Ort ist sondern auch die Überlegung wie man nach so langer Zeit noch zueinander steht.

Deutsche Tragikomödie, die auch deutscher nicht sein könnte: schwerfällig, problembehaftet, fast durchweg depressiv.
Die Protagonistinnen ergehen sich in ihrem Leiden, fröhliche, lebensbejahende Momente sind selten. Die Story plätschert unmotiviert so dahin, bis jede Figur ihr furchtbares Schicksal an die Frau bringen konnte. Das Ende kann man noch als das Positivste bewerten.
Und Fans von N. Tschirner bleiben gleich weg, denn deren Screentime ist verschwindend gering. Gerade die chaotische Art von Tschirner hätte dem Film gut getan und ein paar heitere Momente in die Geschichte einbringen können. Darauf hat man aber verzichtet. Tragikomödien können Andere besser, z.B. die Franzosen, Italiener, Spanier. Es fehlt an der Leichtigkeit im Umgang mit schwierigen Problemen, wohl ein verbreitetes deutsches Phänomen.

Wer schon depressiv ist, wird nicht viel fröhlicher aus dem Kino kommen. Da ändert auch der "positive" Abspann nichts mehr.
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3000 YEARS OF LONGING

#584 

Beitrag von MovieMan »

Alithea (T. Swinton) ist eine gelehrte Erzählexpertin. Im Rahmen eines beruflichen Aufenthaltes in Istanbul erwirbt sie ein kleines Gefäß. Unwissend und unbeabsichtigt setzt sie im Hotelzimmer einen Dschinn (I. Elba) frei. Dieser offeriert Alithea 3 Wünsche. Doch die ist vorsichtig, da sie als Expertin nur zu gut weiß, dass derartige Wünsche meist auch mit Nachteilen bedacht sind. Diese Einstellung wiederum bringt den Dschinn in Schwierigkeiten und so beschließt er, ihr Geschichten über Liebe, Verlust usw. aus 3000 Jahren seines Daseins zu erzählen um sie davon zu überzeugen, dass in jedem Menschen Herzenswünsche innewohnen. Dann trifft Alithea eine überraschende Entscheidung.

Hinreißende Fantasyromanze mit zwei hervorragend aufgelegten Darstellern. Teile des Films haben mich an MEINE STUNDEN MIT LEO erinnert, da auch diese Geschichte zunächst vorwiegend in einem Hotelzimmer spielt und von zwei Personen handelt, die sich intime Details offenbaren. Unterbrochen wird das durch die visualisierten Rückblenden über die Erlebnisse de Dschinns. Neben den vorzüglichen Dialogen in der Gegenwart (danke an die Drehbuchschreiber) verleiht die Optik der Rückblenden dem Film schon einen Touch aus Geschichten aus 1000 und 1 Nacht.
Es handelt sich im wahrsten Sinne des Wortes um Erzählkino in Reinkultur, denn der ganze Film wird durch eine Sprecherin aus dem Off als Geschichte präsentiert. Den gelungenen Rest erledigen die gut aufeinander abgestimmten Schauspieler.
Auch die Zuschauer können (je nach Gemütsverfassung) in der Geschichte sowie der Optik dahinschwelgen bis hin zum runden Ende und einem schönen fast opernartigen Song im Abspann.

Den Film habe ich nur durch Zufall im Programm endeckt, jedoch keine Sekunde bereut, ihn mir angesehen zu haben. Geheimtipp.
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YEAR OF THE SHARK

#585 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Die ältere Ex-Militär Maja verdingt sich bei der Strandpolizei eines kleinen französischen Ortes ihr Auskommen. Widerwillig muss sie den Ruhestand antreten. Da kommt ein blutrünstiger Hai, der es auf die Badegäste abgesehen hat, gerade recht, sodass sie sich selbst in den Dienst reaktiviert, um dem Monster den Garaus zu machen.

JAWS in Billigvariante und für einen Haifilm erstaunlich blutleer, mal abgesehen von den Fischködern. Die herbe Art der Hauptdarstellerin wirkt manchmal unfreiwillig komisch, hat man ihr als Ehemann auch noch den Komödienstar Kad Merad zur Seite gestellt. Diesen hat man mit Kameratricks optisch verfremdet, sodass das Zusammenwirken der Figuren noch komischer wirkt.
Die Spannung hält sich in Grenzen, da kommt wenig Atmosphäre in Sachen Tierhorror auf.
Etwas besser als so manche Asylum Produktion ist der Film schon, aber Welten von JAWS entfernt.
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MEGALOMANIAC

#586 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Die Geschwister Martha und Felix sind im Rahmen einer Vergewaltigung der Mutter durch einen Serienkiller gezeugt worden und fristen in einer abgewrackten Bude ihr Dasein. Martha arbeitet als Putzangestellte und wird übelst gemobbt. Felix kommt ganz nach seinem Vater und bringt Frauen nach Hause, um sie zu töten, auch Martha wird von ihm unterdrückt. Dem Druck nicht mehr standhaltend entwickelt sich auch Martha zur Furie, um sich an ihren Peinigern zu rächen.

Psychisch harter Tobak aus Frankreich, der in seiner Wirkung mit MARTYRS vergleichbar ist. Das farbentsättigte Bild unterstreicht die bedrohliche Atmosphäre. Die Bilder und Szenenabfolgen sind teils impressionistisch bis surrealistisch, fast mystisch. Die Figur der Martha wird eingehend charakterisiert und die sehr gute Darstellerin bringt die innere Zerrissenheit zwischen ihrem erbärmlichen Leben und dem Treiben ihres Bruders perfekt auf die Leinwand, einschließlich einer immer fortschreitender Wesensveränderung angesichts der Gesamtumstände.
Zu zart besaitete Personen bleiben diesem Psychohorror lieber fern, denn die Gewaltszenen stehen denen des Films DER GOLDENE HANDSCHUH in nichts nach.
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MOLOCH

#587 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Die von einem Kindheitstrauma verfolgte Musikerin Petriek, erlebt als etwas über 30jährige erneut den Horror von damals als ihre Großmutter starb. Was hat auch die Leiche, die im angrenzenden Moor ausgebuddelt wird, damit zu tun? Die Bedrohung wächst und Petriek muss um das Leben ihrer Familie fürchten.

Elemente von anderen Horrorwerken, u.a. ROSEMARIES BABY, HEREDITARY und MIDSOMMAR werden hier zu einem recht spannenden Film zusammengefasst. Die Geschichte bemüht auch urbane Legenden und Satanskult.
Die Schauspieler agieren durchschnittlich. Insgesamt ist jedoch ein stimmiges Werk entstanden, für das man gern mal einen Blick riskieren kann, wenn man auf gruselige Stimmung steht.
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FAMILY DINNER

#588 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Die unter ihrer Körperfülle leidende Simi nistet sich bei ihrer Tante, einer Ernährungsexpertin, und deren Lebensgefährten sowie Sohn auf einem Bauernhof ein. Doch so richtig willkommen fühlt sie sich nicht. Die Familie gibt sich merkwürdig und das ungute Verhältnis ihres Cousins zu seinem Stiefvater wird offen zur Schau getragen. Simi gerät zwischen die Fronten, macht sich aber zunehmend für ihren Cousin stark.

Alpenhorror aus Österreich fast als Kammerspiel auf einem abgelegenen Bauernhof.
Der Film verbreitet von Anbeginn eine ganz merkwürdige Stimmung, sodass der Zuschauer mit Simi förmlich mitleidet, da die Situation oft die Grenzen des Erträglichen im menschlichen Miteinander sprengt, aber auf eine besondere österreichische Art.
Leider wirken die Dialoge stellenweise wie auswendig gelernt und runtererzählt, das nimmt den Szenen dann etwas den Fluss.

Ansonsten mal Familienhorror der ganz anderen Art. Das war auch irgendwie erfrischend.

Zu Gast war nach dem Film auch der Regisseur, der neben interessanten Einblicken in die Dreharbeiten nochmals allen Ungläubigen versichert hat, dass kein Hase extra für den Film sterben musste.
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JEEPERS CREEPERS: REBORN

#589 

Beitrag von MovieMan »

Alle 23 Jahre taucht der Creeper auf, um 23 Tage Nahrung zu sich zu nehmen, vorwiegend Menschen. Diesmal bezieht er seine Opfer von einem Horror Hound Festival, wo sich allerlei illustre Gestalten tummeln, u.a. auch Laine, die von ihrem Freund dahin mitgeschleppt wird und dem ganzen Treiben nichts abgewinnen kann. Mit einer Gruppe machen sie sich auf den Weg in ein abgelegenes Haus und schon hat der Creeper ein Auge auf die Gruppe geworfen. Es dauert nicht lange bis er zuschnappt.

4. Aufguss dieser als urbane Legende getarnte Mischung aus Vogelscheuche und Fledermaus. Doch das Ansinnen, der Reihe neues Leben einzuhauchen geht gründlich schief. Das liegt vor allem am Creeper selbst. Die Figur ist dazu verdammt, durch ein Haus zu stapfen und Jugendliche zu jagen. Das geschieht plump und gähnend langweilig. Als Kenner der vorherigen Filme, kennt man das Treiben des Creepers, sein Aussehen, etc., keine Überraschungen. Wenn das Ganze dann auch noch unmotiviert dargebracht wird, ist das Kind endgültig in den Brunnen gefallen. Da kommt keine Spannung auf, die Charaktere sind flach, die Story dürftig, Logik eh nicht vorhanden und die Schauspieler können es nicht reißen, da das Drehbuch nichts zulässt – falls überhaupt eins existiert.
Dazu hat die Figur des Creepers auch kaum das Charisma eines Michael Meyers, Jason Vorhees oder Freddy Kruegers. Erinnert haben mich Szenen an die GODZILLA Filme der 50er, als ein Schauspieler im Gummikostüm durch Kulissen gestapft ist.

Auch technisch (Tricks, digitale Effekte) ist alles nur auf dem Level einer schlechten TV-Serie.

Der wahre Horror an diesem Film ist dessen lieblose und ideenlose Umsetzung. So taugt er nur als Einschlafhilfe und dient im filmischen Universum als Grabmal der CREEPER-Reihe.

Obwohl mir das Lied, was da im Film immer gedudelt wird, ganz gut gefallen hat. Das ist vielleicht mal einen Download wert.
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PIGGY

#590 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Sara hat nach heutigen Maßstäben einen unvorteilhaften Körperbau und zu viel Gewicht. Das macht sie zum Gespött ihres Dorfes. Sie muss unablässig Beschimpfungen und Verunglimpfungen über sich ergehen lassen, sei es von den Erwachsenen oder aber ihren „Freunden“. Als ein Serienkiller sich an ihren Peinigern zu schaffen macht und sie ihn bei seinem Treiben beobachtet, schließen die beiden einen unausgesprochenen Pakt. Doch in Sicherheit befindet sie sich damit nicht, zumal die Leute des Dorfes sowie die Polizei mächtig Druck auf sie ausüben, sie solle angeben, was sie denn beobachtet hätte. Kann Sara diesem ganzen Druck standhalten? Und wird sie genauso grausam wie die anderen?

Horrordrama zusammengesetzt aus Coming of Age- und Bodyshaming-Elementen verpackt in eine beißende Gesellschaftskritik und garniert mit Thriller- sowie Horroreinlagen. Das einen der Film anpackt, ist einzig der sensationell spielenden Hauptdarstellerin zu verdanken, die mutig ihren Körper zur Schau stellt und ihrem dargestellten Charakter glaubwürdig eine Entwicklung verpasst vom scheuen und verletzten Reh bis hin zur „Jetzt erst recht“-Attitüde. Schon als Zuschauer mag man gar nicht hinsehen, da man sich ertappt fühlt bei seinen eigenen Gedanken über die Wertung eines anderen Menschen nur aufgrund seines Aussehens.

Inszeniert ist dieses Erstlingswerk einer Regisseurin sehr spannend und die Zeit vergeht im Fluge. Es wird geschafft, zwischen Hauptcharakter und Zuschauer eine Verbindung aufzubauen, die ein Mitfiebern dann auch erleichtert.

Eine böse Geschichte, die fast allein von der Hauptdarstellerin getragen wird, mal aus einer etwas anderen Perspektive. Auf jeden Fall sehenswert.
bild 7.55 Software 5.3.5.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

Kino ist das Größte !!! Geht mal wieder hin.

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MovieMan
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DEADSTREAM

#591 

Beitrag von MovieMan »

Ein Film im Rahmen des Fantasy Filmfestes.

Shawn ist ein Internetstar und Influencer, der durch seine Pranks bei seinen Followern etwas in Ungnade gefallen ist. Aber Shawn wäre nicht Shawn wenn er sich nicht zu helfen wüsste. Also plant er die für sich ultimative Herausforderung: Eine Nacht verbringen in einem Haunted House in einer abgelegenen Gegend in Utah als Live-Event über Videostream.
Gut geplant kommt er nachts am Haus an und verschafft sich Zutritt. Als sei der Look und der Zustand des Gebäudes nicht gruselig genug, verärgert er mit seiner Aktion auch noch ein paar Geister, die ihm nun nach dem Leben trachten. Gar nicht so leicht, aus dem Haus wieder herauszukommen.

Das Ganze Treiben ist aus Go-Pro Einstellung gefilmt und erinnert unweigerlich an BLAIR WITCH PROJEKT und PARANORMAL ACTIVITY. Glücklicherweise wird auf ein dauerndes Hin- und Herwackeln der Kamera wie bei BLAIR WITCH PROJEKT verzichtet, sodass dem Zuschauer vom Zusehen nicht schlecht wird. Im Gegenteil, die Kameraführung erweist sich als überraschend stabil und das Bild als angenehm rauschfrei.
Letztendlich ist der Schauplatz örtlich begrenzt und minimalistisch, doch es wird aus diesem Plot das Maximalste herausgeholt.
Der Hauptdarsteller ist wie geschaffen für den Film, sei es am Anfang, wie er in Szenen seiner Pranks in JACKASS-Manier zu Werke geht oder im Hauptteil durch das verwunschene Haus stolpert. Durch seine extrovertierte Art ist man immer dabei. Selbstverständlich nutzt er bei seiner Geisterjagd Raumkameras, die er auf einem Tablett überwacht, auf dem auch Livebeiträge seiner Follower eingespielt werden, die wie in der realen Influencerwelt nicht immer motivierend oder hilfreich sind.

Als Zuschauer kommt man aus dem Lachen kaum mehr heraus. Die sympathische Dusseligkeit, mit der zu Werke gegangen wird, gepaart mit der Spannung der Geschichte sowie den realistisch anmutenden Kommentaren der Followern in gespielter Echtzeit verschafft höchstes Vergnügen.

Zudem kommen noch gut gemachte Effekte und klasse bzw. liebevoll ausgearbeitete Masken der Geister dazu.
Eine Inszenierung, die rundum gelungen ist.

Überraschendes Funfeuerwerk der Extraklasse mit Horrortouch und höchstem Unterhaltungswert. Wieder einmal beweist es sich, dass zu großem Kino nicht immer ein Bombast a la Marvel notwendig sein muss.
Unbedingte Empfehlung für eine Sichtung. Dieser Film ist wie geschaffen für die Halloweenzeit. Einer der wenigen Filme, die ich mir nochmal ansehen kann, obwohl ich das Ende bereits kenne.
bild 7.55 Software 5.3.5.0, Vodafone Kabel TV, AVR Yamaha RX-A1080, Panasonic UHD 9004, Elac FS und CC 189 + TS 3030 + WS 1235 + Sub 2030 als 5.1.2 System, PS3, ATV4K

Kino ist das Größte !!! Geht mal wieder hin.

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